#79 Das kommt beim Storyteller auf den Teller mit Sebastian H. Schröder

Shownotes

Eine Firmengeschichte, in der immer alles glattlief, ist meistens nicht wahr. Gute Geschichten über Essen erzählen von Höhen und Tiefen und von dem Kampf, der nötig war, um dort anzukommen, wo man heute steht. Erst da zeigt sich, ob hinter einem Produkt Überzeugung steckt oder nur Werbung.

Sebastian H. Schröder ist Journalist und Host von Foodsteps, dem Nachhaltigkeitspodcast des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE). Ernährungsprofi ist er nach eigener Aussage nicht, seine Ressorts sind Gesellschaft, Politik und Kultur. Zehn Jahre hat er in der Werbung gearbeitet. Deshalb merkt er sofort, wenn eine Marke „seit 1899" auf die Packung schreibt, es die Firma aber erst seit fünf Jahren gibt. Sein Test für jede Gründungsgeschichte ist simpel: Erzähl mir von deinem tiefsten Punkt.

Drei seiner Geschichten hat er mitgebracht. In Hamburg entwickelt ein Paar mit dem befreundeten Metzgerehepaar von nebenan eine Hybridwurst aus Fleisch und Lupine. Küchenchefs in der Gemeinschaftsverpflegung sind nach dem ersten Bissen überzeugt. Steht aber „Hybrid" auf der Karte, greifen deutlich weniger Gäste zu. Einen Hersteller zu finden, wird zur nächsten Hürde, denn Lupine ist ein Allergen und keine Firma will es auf ihrer Produktionslinie. Auf Stefans Nachfrage kommt außerdem heraus: In der „50/50-Wurst" stecken nur 38 Prozent Fleisch.

In Wuppertal bringt der Essbare Arrenberg, ein Projekt des Vereins Aufbruch am Arrenberg e.V., ein benachteiligtes Viertel an einen Tisch. Der Verein setzt sich für nachhaltige Ernährung, Klimaschutz und nachbarschaftliches Miteinander ein. Das Motto lautet „Gutes Klima fängt beim Essen an", gemeint sind das Klima im Viertel und das globale. Beim Restaurant Day öffnen achtzig bis neunzig Haushalte ihre Türen und kochen ihr Lieblingsessen für die Nachbarschaft. Dazu kommen Salat aus Überseecontainern auf einem alten Bahndamm, eine Eieraktie und eine Nachbarschaftsküche.

In den 1990ern eröffnete Karin Beier als „Wessi" die erste Bio-Bäckerei Sachsen-Anhalts. Bis heute backt sie dort Sauerteigbrot, mit Leidenschaft. Als ein Drittel ihrer Belegschaft ausfällt, streicht sie Kuchen und Teilchen, backt nur noch an vier Tagen und erklärt ihrer Kundschaft offen, warum. Die organisiert die Auslieferung daraufhin selbst, über eine WhatsApp-Gruppe. Und das Brot fährt mit dem Linienbus bis zur Haltestelle.

Stefan und Sebastian sprechen auch darüber, warum der Lebensmittelmarkt konservativer ist, als wir glauben, warum sich beim Handel ohne Druck wenig bewegt und warum Geschichten länger im Kopf bleiben als Fakten. Sebastians Lieblingswort dafür: Ambiguitätstoleranz.


Mehr zu Food Fak(t) findet ihr auf Instagram unter @foodfakt_podcast. Dort teilen wir regelmäßig vertiefende Inhalte, spannende Hintergründe und zusätzliche Einblicke zu den Themen, über die Stefan und seine Gäste im Podcast sprechen.

Weitere Informationen rund um den Podcast sowie alle Folgen auf unserer Website www.foodfakt.de.

Transkript anzeigen

00:00:00: kommt dann da rein und ist ja dieser große Küchenchef, leicht untersetzt.

00:00:04: Dann guckt er an, du bist also der mit der halben Wurste?

00:00:06: Da muss ich mir jetzt anschauen!

00:00:09: Und dann sagt er mir, pack mal aus, probier mal.

00:00:12: Als die Leute das probiert haben waren sie beeindruckt.

00:00:17: Hallo und herzlich willkommen bei Food Fakt.

00:00:20: Menschen sammeln die unterschiedlichsten Dinge eine gesammelt Münzen oder Briefmarken andere sammlen Rezepte und es gibt Menschen die Sammelngeschichten.

00:00:29: Sebastian Schröder gehört zur letzteren Sorte, Sebastian ist Journalist und host beim Nachhaltigkeits-Podcast des Bundeszentrums für Ernährung.

00:00:38: Für diesen Podcast fährt er dorthin, wo Essen wirklich stattfindet.

00:00:42: In der Backstube um vier Uhr morgens in der Wursterei – in ein Stadtviertel, wo frisch gekochtes Essen mit allen Viertelbewohnern und Bewohnerinnen geteilt wird!

00:00:51: Einige seiner Geschichten hat Sebastian heute mitgebracht und stellt sie uns vor.

00:00:55: Neben seinen Stories interessiert mich natürlich vor allem was das mit einem Menschen macht, der jahrelang so nah dran ist.

00:01:02: wie verändert sich der Blick auf Lebensmittel wenn man beruflich über sie berichtet?

00:01:06: Viel Spaß beim Zuhören.

00:01:13: Lieber Sebastian, herzlich willkommen bei Food Fact!

00:01:15: Schön dass du da bist.

00:01:17: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:18: schön das ich hier sein darf.

00:01:19: Ja ich würde gerne heute mal wieder etwas verkosten.

00:01:23: und ja was verkostet man mit jemanden der beruflich Geschichten über Essen erzählt?

00:01:29: Dann habe ich mich entschieden diesen Karottensnack raschle raschel Ich

00:01:34: schmeiß

00:01:35: den mal so rüber.

00:01:36: Okay ein Karotten Snack.

00:01:37: jetzt muss ich natürlich ganz doof fragen ist der Gluten frei?

00:01:40: Ja.

00:01:41: Wunderbar, denn ich habe

00:01:42: ja ... Kann

00:01:42: ich mit Obengutzen

00:01:43: sagen?

00:01:43: Sehr gut!

00:01:44: Darf' ich den auch machen?

00:01:45: Klar!

00:01:47: Neckgetrocknete Karotte in der Tüte... Was

00:01:49: ist das für eine Karottensnecke?

00:01:52: Was haben wir hier an Nährwerten drin?

00:01:53: Da guck ich mal mal schon ab.

00:01:54: Oha, ist gut.

00:01:56: Also ich hab keine Vorstellung gehabt wie er schmecken kann.

00:01:59: Ich muss sagen es ist ja fast viel Chips und ich liebe Chips.

00:02:05: Die eine Größe Sünde die ich noch habe sind Chips von der Konsistenz umso und auch vom Leben wie's quasi am Gaumen sich verhält, wie Chips.

00:02:14: Aber eher ... Wie kann man das sagen?

00:02:17: Diese Gemüsechips kennst du die so ein bisschen oder?

00:02:19: Ich finde aber besser weil ich glaube es ist gefriergetrocknet und überhaupt nicht fett.

00:02:22: Ja,

00:02:24: lecker!

00:02:24: Total gut

00:02:25: Überraschend Du, aber der Grund warum ich ausgerechnet dieses Ding hier zum Verkosten mitgenommen habe, da steht auf der Rückseite nämlich die Zutatenliste.

00:02:34: So jetzt schauen wir

00:02:35: Karotte Salz Ende Kein Bio Siegel Keine anderen Siegeln, keine Herkunftsgeschichte, kein Storytelling.

00:02:41: Nichts!

00:02:42: Und da haben wir gedacht ja das passt doch perfekt zu dir.

00:02:44: was hat denn das Storyteller auf dem Teller wenn auf der Parkung nichts drauf steht?

00:02:49: Ja das ist eine gute Frage.

00:02:51: also ich würde dann an der Stelle erst mal sagen ich möchte gerne wissen woher das kommt wie man auf die Idee gekommen ist das zu machen und vor allen Dingen wie war der Prozess hier herzukommen?

00:03:00: Also wir haben jetzt hier eben Karotte und Salz und ein bisschen Öl Und das ist ja denkbar einfach, aber meistens steckt da viel mehr hinter an so einer Produktion als man meint.

00:03:11: Und genau da setze ich dann an und sage ich mich gern wissen wie es entstanden ist.

00:03:14: Wenn du so ein Produkt für eine Folge von deinem Podcast recherchieren müsstest wo würdest du da anfangen zu graben?

00:03:21: Das ist ne gute Frage!

00:03:22: Also ich habe ja das Glück auch dass einer Redaktion bin, die mir dann auch solche Vorschläge macht und sagt guck mal wäre das nicht was für dich.

00:03:29: Das heißt manchmal ist es dann oder in vielen Fällen ist es wirklich so dass es mit zugetragen wird.

00:03:34: aber wenn ich selber auf etwas komme dann ist es meistens genau durch so einen Zufall, dass ich sowas sehe und denke na das muss ich jetzt mal probieren oder von irgendjemandem davon gehört habe.

00:03:41: so schaut ihr das nochmal an?

00:03:42: Ich war da auf dem Kongress und dann schaue ich das an und fall sehr schnell ins ein Rabbit Hole.

00:03:48: Da möchte ich mehr wissen.

00:03:51: So ein Moment, wo ich dann sage, na jetzt da machen wir mal was draus.

00:03:54: Also wenn ich so angefix bin, dann würde es die anderen wohl auch interessieren.

00:03:57: Da

00:03:57: schauen wir mal ins Rabbit Hole und dann holen wir die Karate raus.

00:04:00: Sehr schön!

00:04:01: Du machst dir den Podcast Footsteps.

00:04:03: wie hat sich denn dein Blick auf das Lebensmittel oder auf das Thema Lebensmitteln seit der ersten Folge verändert?

00:04:09: Ich glaube gar nicht so sehr oft das Lebensmittel selber.

00:04:12: also wenn ich jetzt vom... also nicht dem Eisbergsalat stehe, denke immer noch dass ist ein Eisberg Salat.

00:04:17: aber Was sich schon verändert hat in den letzten Jahren ist, dass ich mich eben so wie jetzt hier auch mehr frage.

00:04:23: Wo kommt das her und welche Bedingungen standen eigentlich dahinter, dass es hier sein kann?

00:04:27: Also gerade bei so einem Produkt ja wie das hier.

00:04:30: Auch selbst beim Salat fragte ich mich selbst wenn der Bio drauf steht was musste gemacht werden damit er eigentlich hier liegt?

00:04:36: Ich halte das nicht mehr für so selbstverständlich.

00:04:38: Viele Produkte nehmen wir als total normal war Und völlig selbstverständlich im Supermarkt.

00:04:45: Aber hinter jedem dieser Produkte steckt eine Geschichte, die häufig viel komplizierter ist als wir meinen und da achte ich schon drauf.

00:04:51: Gerade wenn es dann kleine Firmen sind, die irgendwas Neues haben, versuche ich mich so ein bisschen daran in die Tiefe zu gehen.

00:04:57: Das Produkt selber bleibt eins das ich konsumiere und da ache ich natürlich auch darauf dass ich mich gut ernähre.

00:05:02: aber das habe ich vorher wie nachher.

00:05:05: Man wird jetzt nicht unbedingt auch kritischer dem Produkt selbst gegenüber?

00:05:09: Ich glaube vielleicht mehr so den Konsumerprodukten Also dem Standardprodukt von der Standardmarke, ohne jetzt die großen Marken zu nennen.

00:05:18: Wenn ich jetzt so Großmetzgereien mir anschaue wenn es um Fleisch geht oder große Hausmarken oder sowas.

00:05:24: Dem sicherlich schon weil man sich natürlich noch viel mehr fragt was steckt dahinter?

00:05:28: aber bei den kleinen Marken wo man auch mal die man nicht im Supermarkt findet da würde ich sagen da schaue ich halt genauer hin.

00:05:37: Aber das wertschätzt natürlich das Produkt nachher wie vorher.

00:05:40: Viele Marken oder eigentlich die meisten, bis jetzt auf diese Karottenchips.

00:05:45: Viele Magen wollen ja eigentlich mit ihrer Marke auch eine Geschichte erzählen.

00:05:49: Wie unterscheidet man denn ob so eine Geschichte authentisch und echt ist?

00:05:52: Oder ob das nur ein Marketing-Gag ist?

00:05:55: Ich glaube dass man das vom ersten Moment anspürt.

00:05:58: Also natürlich gibt es immer die Werbeerzählung ich habe zehn Jahre Werbung gemacht Spürt er sofort, wenn da einer versucht mehr quasi eine von der traditionellen Mühle zu erzählen und man sieht diese Firma seit fünf Jahren aber das steht seit eighteenhundertnundneunzig drauf.

00:06:14: Da muss man mal so ein bisschen genauer hinschauen und die Werbelügen nenn ich sie jetzt mal ist nicht ganz so bös gemeint.

00:06:20: Aber das schaue ich schon vom relativ frühen Hinblick ja?

00:06:25: Ich finde immer da wo man das Produkt in den Vordergrund stellt, da merke ich, da möchte ich mehr wissen weil dass jemand aus Überzeugung tut üblicherweise Und damit meine ich natürlich jetzt nicht den im Plastik einen verpackten Eisbergsalat, aber auch hier.

00:06:38: Das ist ein Karottensnack.

00:06:39: Ich stehe auch wirklich Karottenschneck drauf und das ist nicht der super mega riegel Premium Deluxe irgendwas.

00:06:46: Hier wird mir nichts versprochen außer dass was es ist.

00:06:48: und da das ist meistens ein guter Indikator

00:06:50: Was waren so die größte Lüge?

00:06:52: Wo sagen wir das war schon hammer.

00:06:54: Also, da gucke ich ehrlicherweise ganz häufig zu Foodwatch.

00:06:57: Die haben ja einmal im Jahr ihren großen Preis ... Ich weiß nicht, wie heiß er ist?

00:07:00: Da komme ich gerade nicht drauf in Werbelügen-Preis.

00:07:03: Da schaue ich schon gern hin, weil es meistens auch die Großen trifft.

00:07:05: Bei mir ist ein Punkt immer dann, wenn ich merke, das steht gesund drauf und du hast dann halt doch entweder ganz viel Fett oder ganz viel Zucker drin.

00:07:13: In der Verantwortung meiner Kinder ging über eine Krise, weil die das nicht verstehen können.

00:07:17: Wir sitzen häufig zu Hause tatsächlich und sagen ... Sagt meine Tochter immer, wenn ich das Produkt schon umdrehe und direkt erstmal auf die Nährweite gucke.

00:07:24: Oh Papa!

00:07:25: Kannst du nicht einfach mal nur essen?

00:07:27: Ja so.

00:07:29: Das würde ich sagen ist auch schon eine kleine Berufskrankheit.

00:07:32: Möglicherweise ja.

00:07:33: Gibt es handwerkliche Fehler, wenn Unternehmen Storytelling machen?

00:07:37: jetzt abgesehen davon dass sie vielleicht lügen?

00:07:39: Ich glaube Lügen ist der größte Punkt.

00:07:41: also man ist ja geneigt, wenn dir einer was erzählt das erst einmal zu glauben aber da auch das zu hinterfragen sich zu fragen, wie kann ich eine gute Geschichte erzählen die andere Leute interessiert.

00:07:55: Denn der Unterschied zwischen einer guten Unternehmensgeschichte und einer guten Geschichte ist dass die Unternehmsgeschichte immer erzählen wir wie toll das Unternehmen ist und es vom ersten Tag und immer nur vorwärts und sonst was.

00:08:06: aber eine gute geschichte funktioniert ja anders.

00:08:08: Eine gute Geschichte funktioniert über Höhen und Tiefen und den Kampf dem man kämpfen musste um dahin zu kommen wo man heute ist.

00:08:15: Und wenn, da werde ich misstrauisch.

00:08:16: Wenn einer da ist der mir sagt es ist alles immer top gewesen dann sag ich ne das glaube ich nicht.

00:08:21: erzähl mir mal von dem tiefsten punkt den du hattest.

00:08:24: und Da entscheidet sich für mich ob das ernst und ehrlich ist oder nicht weil wenn eine sagt so was hatten wir nicht war alles immer nur top?

00:08:31: dann Dann ist es wahrscheinlich nicht wahr.

00:08:33: dass können Ich nur unterschreiben.

00:08:36: aus Konsumenten konsumend in den sicht Frage ich mich aber, werde ich dann mit dem Produkt zufriedener sein wenn ich eine gute Story kenne oder eine gute Store dazu heiß?

00:08:46: Interessanterweise ja glaube ich.

00:08:48: Es ist tatsächlich so da gibt es verschiedene Studien zu das Produkte die eine gute Geschichte haben lieber konsumiert werden also dass auf jeden Fall aber auch mehr gewertschätzt werden gegenüber anderen Produkten und das handelt sich an rein subjektive Sache.

00:09:01: Also das heißt Ich habe das Gefühl ich ernähre mich besser Und dadurch geht es mir objektiv Nicht objektiv, aber dadurch geht es mir besser.

00:09:10: Ich nehme das so wahr und ein gutes Lebensgefühl ist ja auch ein Gefühl dass ich aus einer guten Ernährung mitnehmen kann.

00:09:16: Das heißt, da hätte ich dir jetzt erzählt.

00:09:18: Wir haben diese Karotten auf einer zizilianischen Karottern-Plantage gefunden und gingen dann zum Bauer Luigi der das dann im Sonne Ziziliens mit seinen bloßen Händen tagelang getrocknet hat.

00:09:31: Dann hättet er es noch besser geschmeckt?

00:09:32: Ich glaube

00:09:33: ja!

00:09:33: Also so absurd wie's klingt...ich bin da jetzt mal in der IWI Konsument oder die in der iWI konsumente und ich glaube sowas was die Studienlage hergibt ist das so.

00:09:42: Und wenn du jetzt zum Beispiel bei deinem eigenen Podcast oder bei Footsteps, bei den Bauern Luigi direkt vor Ort bist.

00:09:50: Wie kritisch kann man denn dann bleiben?

00:09:52: Wenn man jetzt gerade Gast in diesem Leben ist und sagt guck mal, dann stellt sich raus der Kantos vielleicht gar nicht mit der Hand trockenen oder dieses Karottenfeld ist in Wirklichkeit ein Containerschiff das gerade die Karotte aus Kinder bringt.

00:10:04: Ja ich glaube in dem Moment fällt es schwer.

00:10:05: Das ist ehrlich und wahr.

00:10:07: Da muss ich ja auch ehrlich sagen Also in dem moment ist man ja völlig eingenommen von dieser Atmosphäre.

00:10:11: Aber das finde ich eben wichtig bei Footsteps auch, dass wir Geschichten erzählen die nicht live entstehen.

00:10:18: Wir entstehen zwar vor Ort aber das funktioniert ja so, dass zurückkommen mit dem ganzen Material und uns das anhören und dann überlegen was ist eigentlich die Geschichte dahinter?

00:10:27: Wir fragen uns das vorher auch schon.

00:10:29: natürlich.

00:10:29: also was kann diese Person für eine Geschichte erzählen, aber auch was stimmt?

00:10:33: und dann geht es durch ein Faktencheck.

00:10:35: Also wir prüfen alles behauptet wird, wir schauen selber was wir sagen.

00:10:39: Wir schreiben ein Skript dazu das spreche ich ein dann wird es zusammengeschnitten und in all diesen verschiedenen Schritten müssen wir kritisch hinterfragen ob das stimmt was wir da tun an nicht nur Es ist nicht nur mir als Journalist wichtig sondern natürlich auch dem Absender dieses Podcasts.

00:10:53: Das ist ja des bundeszentrum für Ernährung in deutschland.

00:10:56: Die können sich das gar nicht leisten was falsches zu behaupten.

00:10:59: Und von daher isst dass im prozess der ist auch ganz nüchtern betrachtet sehr umfangreich und daher würde ich sagen, immer dann auch wenn etwas kritisch ist sage ich das.

00:11:11: Jetzt zeigt ja vor allem so Vorzeigebeispiele Pioniere, Pionierinnen.

00:11:16: könnte man diese Ideen, diese Modelle die da vorgestellt werden auch nachbauen?

00:11:21: würden sie sozusagen auch woanders funktionieren?

00:11:23: oder sind die an die jeweiligen Leute an den Protagonisten gebunden?

00:11:28: weil zum Beispiel der Gründer oder die Gründerin jetzt einen speziellen Spirit hat.

00:11:31: Ich glaube, wir bauen die Geschichten so auf, dass wir sagen okay, wir haben ein Thema was wir unbedingt vermitteln wollen, sei es

00:11:38: z.B.,

00:11:39: das wir sagen es geht um Gemeinschaftsernährung und Ernährungsumgebungen.

00:11:44: Und dann gucken wir hin welcher potenzielle Protagonistin kann das transportieren, was wir eigentlich vermittlen wollen?

00:11:51: Also dass es so rum entsteht!

00:11:53: Und das könnten natürlich verschiedene Leute und wir gehen dann in so eine Art Wedding, dass wir halt schauen okay welche Person passt am besten zu uns und passt am Besten zu dem was wir vermitteln wollen.

00:12:02: Und wie gesagt da kommen immer verschiedene Leute theoretisch infrage.

00:12:06: Das heißt man kann es schon auch unterschiedlich aufbauen aber im Speziellen kann natürlich nur eine Karin Bayer als Bäckerin aus Sachsen-Anhalt auch nur diese Geschichte erzählen.

00:12:15: die könnten wir nicht jemandem anderen unterjubeln.

00:12:17: Das wollen wir auch nicht und deswegen würde ich sagen im großen globalen kann man das.

00:12:22: Also kann man das Thema auch an anderen Leuten exerzieren.

00:12:25: Aber wir nehmen uns die Menschen, weil wir sie toll finden und daran glauben was Sie da geschafft haben.

00:12:30: Das finde ich jetzt spannend.

00:12:31: Sind wir eigentlich schon mittendrin in den Projekten und in den Themen?

00:12:35: Du sagst, er überlegt euch was ihr vermitteln wollt.

00:12:37: Wenn ihr jetzt so eine Geschichte über eine Hybridwurst erzählt, ja, fünftig Prozent Fleisch, fünfzig Prozent Lupine... Was will man denn da vermittlen?

00:12:45: Was ist denn da das Ziel dahinter?

00:12:47: Also ich glaube überhaupt wenn mal einen Schritt zurücktritt, was Food Steps ist.

00:12:51: Wir erzählen Geschichten Nachhaltigkeit über Menschen, die versuchen diese Ernährungswände, die wir in Deutschland brauchen und auch machen ja.

00:12:59: Die das voran treiben in irgendeiner Form.

00:13:01: Und gerade bei der Fünfzig-Fünfzig Wurst haben wir gesagt es geht uns um jemanden, der gegen viele Widerstände kämpft und trotzdem Innovationen schaffen möchte.

00:13:11: Ich glaube, dass ist bei den beiden sehr gut.

00:13:13: Das ist das Ehepaar Pfau aus Hamburg und die beiden haben das richtig durchgespielt, das Thema Schwierigkeiten bei der Innovation.

00:13:21: Was hatten die für Schwierigkeiten?

00:13:23: Also, die beiden haben Anfang zwanzig einzwanzig ... sind sie nach Hamburg gezogen, kamen irgendwo von der Nähe vom Bodensee und sind neben einem Metzger-Eepaar gezogen.

00:13:33: Und es war dann Corona.

00:13:35: alles war zu, die Kindergärten, die Spielplätze, alles was zu und man durfte mit wenigen Leuten auch nur unterwegs sein oder sich treffen.

00:13:44: Gartenzaun geschaut und gehört.

00:13:46: Und sich dann angefreundet mit eben einem Metzger-Ehepaar, das Nachbar-Ehaepaar... ...und dann über was können wir sprechen?

00:13:54: Dann kommt man zwangsläufig zum Thema vegetarisches Leben, veganes Leben mit einer Metzgerschwierige Frage.

00:14:01: Sie kam auf den Punkt wie können wir denn weiter Fleisch essen ohne dass wir dieses System so weitertreiben, wie es ist?

00:14:09: Vors wollten auf gar keinen Fall, es hat Sebastian der Ehemann auch wirklich sehr eindrücklich gesagt.

00:14:14: Auf keinen Fall will ich auf meine Wurst verzichten aber irgendwas müssen wir ja tun.

00:14:18: und da kam sie dann gemeinsam auf die Idee vielleicht eine Wurst zu schaffen, die nur die Hälfte des Fleisches drin hat, aber die und das war die oberste Prämisse genauso gut schmeckt wie ne echte Wurst.

00:14:27: und damit war das Projekt geboren.

00:14:29: Dann haben sie für ein knappes Jahr getestet und probiert immer in der heimischen Küche, gemeinsam mit dem Metzger-Eepaar bis diese Wurst wirklich so knackte und so schmeckte wie eben eine Wurst.

00:14:38: Und dann haben Sie es probiert an den Markt zu bekommen.

00:14:41: Das war glaube ich der größte Hassel bisher denn in der Lebensmittelindustrie geht ja vieles um Größe und diesen Skalierungseffekt damit das auch im jeden Rewe und in jedem Edeka ist oder eben jeder Gemeinschaftsverpflegung.

00:14:53: Da mussten die beiden erstmal so eine Weichenstellung treffen.

00:14:56: machen wir erst Bito Bi.

00:14:59: Wir haben sich entschieden, zu sagen wir gehen in die Gemeinschaftsverpflegung weil da haben wir sehr schnell einen sehr großen Hebel.

00:15:05: Aber und das war dann eigentlich diese größte Herausforderung ist die Überzeugung dass eine Wurst wo nicht Wurst drin ist schmeckt wie Wurst.

00:15:17: also er musste durch.

00:15:18: zahlreiche hat es immer so berichtet.

00:15:20: man hat bei fast allen Cafeterien bei allen großen Versorgern in großen Fabriken.

00:15:27: Also die Mittagsverpflegung musste erstmal gegen diesen Küchenchef, das hat er ganz eindrücklich erzählt.

00:15:35: Er kommt dann da rein und ist ja dieser große Küchen-Chef und leicht untersetzt und guckt an.

00:15:40: Du bist also der mit der halben Wurste?

00:15:41: Da muss ich mir jetzt anschauen!

00:15:44: Und dann sagt er mal, pack mal aus, probier mal.

00:15:48: Als die Leute das probiert haben waren sie beeindruckt und wollten es reinkriegen, wollten es reinnehmen.

00:15:54: Aber die erste Hürde war da und die zweite Hürda war dann das die Leute des Annahmen, wenn es kommuniziert worden ist.

00:16:00: Wir haben hier eine Hybridwurst.

00:16:01: Es wurde deutlich schlechter angenommen als wenn man das Wienerle nicht einfach kommentiert hat.

00:16:06: Das war ja weiterhin ne Wurst.

00:16:09: Also erstmal diesen Vorbehalt aus dem Köpfen der Menschen zu bekommen dass ein halt vegetarisches Produkt kein schlechteres Produkt ist – das war einer Würde!

00:16:18: Und dann ist die Lupine eben auch noch in Allergien.

00:16:21: Das weißt du besser als wir alle anderen.

00:16:24: Und wenn du auf einer Produktionsstraße einen Allergen hast, dann musst du das ausweisen.

00:16:30: D.h.,

00:16:30: die haben keine Firma gefunden, die bereit war zu sagen, naja, wir haben in unserer sauberen Produktionsstrasse für Würstchen plötzlich ein Allergehen drin, weil das müsstest du in alle deine Produkte ausweisen!

00:16:42: Warum haben Sie denn die Lupine genommen und nicht zum Beispiel das Erbsenprotein, dass er ich würde sagen in jedem zweiten Fleischersatz heute ist?

00:16:49: Ich glaube es war ein Punkt des Geschmacks und des Knacks.

00:16:51: Also da haben sie sich natürlich nicht reinreden lassen was dann so genau dran ist und wie das genau funktioniert.

00:16:57: das Produkt für mich war Fakt Es hat wirklich exakt so geschmeckt wie eine Wurst Und da musste ich Ihnen glaubhaft eine Art nehmen dass das mit allen anderen Produkten so nicht geklappt hat.

00:17:09: Aber

00:17:09: hast du auch mal im Rechenstift nachgerechnet?

00:17:12: Ich weiß, es ist ja in so einer Wurst auch Mehl drinnen oder Gewürze.

00:17:16: also das ist ja nicht hundert Prozent Fleisch und wenn die jetzt sagen fünftig-fünfzig klingt das für mich ein bisschen auch nach Marketing.

00:17:26: Das kann ja kein Zufall sein, dass genau fünfzig-fünftig ist.

00:17:29: Also ist das die Rezeptur Ist es ein Marketinggag oder ist es Kompromiss?

00:17:34: Ich glaube tatsächlich, das ist in dem Fall ein Marketing-Gag.

00:17:37: Weil tatsächlich sind nur achtunddreißig Prozent Fleisch drin.

00:17:39: Also sogar noch weniger.

00:17:40: Ertappt!

00:17:40: Ja... Was Sie damit sagen, Sie konnten also die Menge des... Das Ministerium

00:17:44: lügt sozusagen den Leuten.

00:17:47: An der Stelle ist ja sogar noch weniger.

00:17:49: Der Punkt ist glaub ich, sie haben die Hälfte des Fleisches ersetzen können und daher, dass Wassermenge ist gleich und die Gewürze sind gleich aber das ist die hälfte vom Fleisch drin.

00:17:57: Ich habe noch mal weiter, jetzt hasst mich.

00:18:00: Und ökologisch ist es tatsächlich ein Vorteil?

00:18:03: Insofern, als dass sie gesagt haben, das einer der Effekte sein soll, dass weniger Tierhaltung eins und zwei drin sein sollen... Also da gibt ja dieses Tierwohl-Label.

00:18:15: Tierhaltungen eins bis fünf, fünf bis bioeins ist ich glaube Stallhaltung Das sind noch

00:18:21: mehr halb so viele Tiere notwendig.

00:18:23: Nicht halbsoviel Tiere, aber die Tiere ... Sowieso ja?

00:18:26: Ich mein klar, dadurch dass du so halb viel Fleisch drin hast ist nur noch halb zu viel Tier getötet worden.

00:18:31: Aber auch das besseres Fleisch genommen worden ist also aus besser produzierter Haltung.

00:18:37: Na gut ein Veganer wird's trotzdem nicht überzeugen und wahrscheinlich einen echten Flasche esse ich auch

00:18:43: nicht.

00:18:44: Ja schwierig!

00:18:45: Mich hat es überzeugt und für mich ist es tatsächlich, aber ich bin jetzt auch wirklich in Sonderfall Weil ich eben mit meiner Zölliakie viele der Ersatzprodukte gar nicht essen kann, weil an sehr vielen Stellen eben wie du es selber sagst ist auch doch nochmal ein Mehl drin ist.

00:18:57: Und da war ich dann schon dankbar dass ich durchaus ... Ich war fast vegetarisch bevor ich diese Diagnose hatte und seitdem esse ich wieder mehr Fleisch, weil es häufig sich einfach nicht ersetzen lässt insbesondere wenn man in Restaurants geht keine Chance.

00:19:13: Da war ich so angetan, dass ich dachte ha!

00:19:15: Wenn's das gäbe fände ich es schon gut, weil das kann ich ohne Probleme essen wenigstens nur die Hälfte vom Fleisch drin.

00:19:20: Abgesehen von den thirty- acht Prozent, was hat es noch nicht in der Folge geschafft?

00:19:24: Welcher Fakt oder welches vielleicht überraschende Detail?

00:19:28: Boah!

00:19:29: Gute Frage.

00:19:30: ich glaube viele dieser wirklich schmerzhaften Punkte, die sie erleben mussten das waren also deutlich mehr als sich das jetzt gerade so aufzählen konnte.

00:19:38: Die sind drinnen aber sind dann auch.

00:19:39: irgendwann wurde es repetitiv dass sie immer wieder auf Hindernisse gestoßen sind die so eigentlich... Ich glaube Die Menschen, die sich sowieso schon für Ernährung interessieren und die sowieso versuchen, sich gut und nachhaltig zu ernähren.

00:19:52: Die fassen sich an die Stirn und fragen warum?

00:19:54: Warum ist das heute noch eine Hürde?

00:19:56: Und von den Momenten mussten wir einige rausnehmen weil es uns einfach so lang geworden wäre.

00:20:00: Ich glaube dass was diese Folge zeigt ist wirklich, dass der Markt deutlich resilienter für Veränderungen ist als wir glauben deutlich konservativer und Sachen, die wir als völlig normal ansehen würden.

00:20:12: Dass wir sagen warum sollte das nicht gut auf dem Markt ankommen?

00:20:15: Diese Sachen sind schwieriger als für meinen.

00:20:18: Spannend, finde ich ja in anderen Ländern.

00:20:19: in Niederlanden ist ja Hybrid ein Riesenthema.

00:20:22: Albert Heine hat eine eigene Hybride Produkt-Serie mit Hybridmilch, Hybridbutter und allen möglichen Artikeln.

00:20:29: Ist das ein deutsches Thema?

00:20:30: Möglicherweise!

00:20:31: Ich kann dir das ehrlich genau gar nicht sagen weil das ist auch Teil glaube ich des Casts von mir vom Seiten des Bundeszentrums gewesen... ...ich bin hier eigentlich Ernährungsleihe.

00:20:41: Ich bin kein Profi, ihr habt nie das Thema Ernährung für mich gehabt, sondern das Thema Gesellschaft und Politik und Kultur.

00:20:49: Das sind eigentlich so meine drei Ressorts.

00:20:51: Politik ist eher neu bei mir aber die sind auf mich gekommen weil sie sagten ja wir wollen den gesellschaftlichen Blick darauf haben und dann werd du doch mal über diesen Podcast zum Experten.

00:21:01: Ich glaube so war der Gedanke und deswegen kann ich dir das ehrlich gesagt nicht sagen.

00:21:05: also da bist du glaub ich viel mehr Experte als sich.

00:21:08: Don't know!

00:21:09: Du warst aber nicht nur in Hamburg, du warst auch im Wuppertal.

00:21:11: was ist dir da passiert?

00:21:13: Ja, in Wuppertal war ich am essbaren Ahrenberg.

00:21:16: So heißt es tatsächlich und das ist ein Quartiersmanagement, ein Verein der diesen Ahrenbergen verändern wollte.

00:21:26: Das haben sie angefangen und haben auch das geschafft.

00:21:29: Und als ich das gehört habe da war ich sofort Feuer und Flamme, wenn ich mich in meinem eigenen Ort für Veränderungen eigentlich bereit machen möchte.

00:21:38: aber ich sehe dass guter Bedarf da ist im Quartier was zu verändern.

00:21:42: Was die dort geschafft haben, war wirklich besonders.

00:21:45: Nämlich haben sie mit der Prämisse gutes Klima fängt beim Essen an im doppeldeutigen Sinne also das Klima im Ort aber auch das Klimaa als solches als das globale Klima gesagt.

00:22:00: wenn wir es schaffen unsere Menschen aus dem Viertel aus einem sehr benachteiligten Vierteln fällt viel Leerstand viel Altbau viel kaputt viel Migration und wir schaffen die Menschen ein Eintisch zu bekommen dass die miteinander essen Dann können wir gutes Essen in die Häuser bringen und dann können wir die Menschen zusammenbringen zu einem guten Quartier werden.

00:22:17: Und das haben sie geschafft, und es war nicht irre!

00:22:19: Wir haben wirklich alle möglichen Preise gewonnen für gutes Quartiersmanagement und diesen Menschen der dahinter steht Ulrich Christen.

00:22:26: Der hat mich so fasziniert vom ersten Moment an dass ich den treffen wollte und merkte nicht enttäuscht sag' ich mal so

00:22:31: Wie ist denn jetzt der Kontext zum Klima?

00:22:33: Ist das jetzt Klimawandel, im Sinne besseres Klima oder ist damit gemeint Klima der Wohngemeinschaft des Viertels.

00:22:40: Beides und das fand ich das spannende dabei.

00:22:43: Denn wenn man der Argumentation von Ulrich Christen folgt es ist so dass in dem Moment wo du was fürs Klima im Ort machst Und dann fragst was bräuchten wir denn damit uns hier besser geht Dann ist natürlich die erste Antwort.

00:22:58: Ja, wir wollen weniger Autos mehr Bäume, mehr Parks wo wir uns treffen können und das sind auch Klima im Kleinen aber klimawirksame Maßnahmen wenn das eine Stadt umsetzt.

00:23:10: Und da war dann der zweite Satz der mich beeindruckt hat Wir wollen Verhalten und Verhältnisse ändern also des verhaltenen Menschen und dadurch mitprägen Die Verhältnisse die wir vorfinden.

00:23:22: und um ein Beispiel zu geben eines der ersten Dinge, die sie gemacht haben war der sogenannte Restaurant Day.

00:23:30: Da gibt es bis heute.

00:23:32: Dort haben Sie gesagt alle machen die Türen auf und jeder der will bietet sein traditionelles und persönlich liebt Links Essen an im Ort.

00:23:40: man kann sich anmelden dafür und dann sagt einer ich mache heut Bolo und das machen wir seit dreißig Jahren so weil wir gehabt eine italienische Familie.

00:23:48: und dann sacht die andere Familie wir sind aus der Ukraine Wir machen hier unseren Eintopf und die dritte Familie sagt, wir kommen aus Berlin.

00:23:55: Aus Berlin

00:23:56: und machen unsere Eisbeine?

00:23:58: Wohl,

00:23:58: genau so!

00:23:59: Und das haben sie gemacht und es waren in wenigen Anläufen, waren es plötzlich Achtzig, Neunzig Türen, wo man den ganzen Tag hin- und herlaufen konnte mit Menschen zu essen.

00:24:09: Dann gab's auf dem zentralen Platz im Viertel abends noch eine ganz lange Tischreihe, wo alle zusammen gegessen haben und darüber gesprochen haben.

00:24:17: erst mal was kann man im Vörtel ändern?

00:24:18: Da passiert natürlich ganz viel Und wie können wir besser essen?

00:24:22: Ziehen die denn auch offen, wenn ich da jetzt sage, ich fahre da zu Besuch hin.

00:24:25: Umdrehen Sie mich mal am Dienstag da durch und dann war ich wieder heim.

00:24:29: Freuen sich die dann!

00:24:31: Ich glaube ja.

00:24:31: Also ich habe das tatsächlich dann gemacht.

00:24:33: Ich bin im Folgejahr.

00:24:34: Das war vor zwei Jahren, wo ich dort war.

00:24:37: Letztes Mai war ich ... Da war wieder Restaurant-Day.

00:24:42: Dann bin ich mit meinen Kindern hingefahren und es war ein Schlemmen vollem Herrn.

00:24:47: Aber wer finanziert das denn?

00:24:48: Alle selber.

00:24:50: Also man kann Spenden da lassen, aber die Menschen kochen weil sie anderen Menschen gefallen tun wollen und das zeigt ja eben auch was über das Viertel.

00:24:57: Aber es ist nicht das Einzige, was Sie gemacht haben.

00:24:59: also in diesem Vierteln sind sehr viele Dinge passiert.

00:25:02: zum Beispiel ich habe mal so eine Liste zusammengestellt damit ich das hier zusammen kriege Die haben eine Nachbarschaftsküche wo gemeinschaftlich gekocht wird.

00:25:10: jetzt sind sie gerade bei einem Nachbarschaftwerkstatt zu machen.

00:25:13: dass man nicht zwanzig Bohrmaschinen braucht sondern nur eine hat natürlich nichts mit Essen zu tun.

00:25:18: Es gibt ein Lebensmittel, ein zentrales Lebensmittelretter- Werkstatt quasi wo einmal die Woche die Lebensmittel geholt werden können.

00:25:25: Eine solidarische Landwirtschaft.

00:25:26: es gibt von diesem Verein Esbara Aachenberg eine Salatproduktion wo sie auf dem alten Bahn Damm durften Sie über Seecontainer hinstellen und da werden in der Woche achthundert bis tausend Salatköpfe produziert.

00:25:41: nicht bio weil ist halt nicht an der Sonne sondern in so einem Cartäner.

00:25:46: Die werden unter den Leuten verteilt.

00:25:48: Die haben eine Aquaponik-Anlage, wo Fische gezüchtet ... Das haben sie ein paar Jahre gemacht.

00:25:52: Machen Sie jetzt nicht mehr!

00:25:54: Eine Eier-Aktie.

00:25:55: Olivenölgemeinschafts- ...

00:25:56: Eieraktie?

00:25:58: Was ist das?

00:25:59: Du hast quasi ... Es gibt einen Hof in einem Tal in der Nähe von Wuppertal, wo es mobile Hühnerstelle gibt und da kannst du dann pro Aktie, glaub ich, kriegst du fünf Eier die Woche.

00:26:10: Und die kannst du zeichnen.

00:26:12: Ich würde eher eine Patenschaft für einen Hohen übernehmen, das klingt weniger kapitalistisch.

00:26:20: Das finde ich auch interessant.

00:26:22: ein Satz, den wir auch in Erinnerung blieben ist da war auch dass Ehrenamt muss sich irgendwann lohnen.

00:26:27: Da war ich eigentlich am längsten skeptisch und bin aber inzwischen so weit, dass ich sage ja das verstehe ich.

00:26:33: Wie läuft das denn dort mit den Supermärkten in der Gegend?

00:26:36: Also wenn da gratis Salatköpfe verteilt werden und Eier aktieren, was macht denn dann der Penny oder der Edeka oder der Rewe.

00:26:44: Geben sie auch irgendwie etwas ab?

00:26:46: oder sagen die dann Nase rümpfen?

00:26:48: Na ja, da muss die Marktleiterin halt eben für einen bestimmten Tag weniger Salat bestellen!

00:26:53: Ich glaube denen fällt das kaum auf weil der Ahrenberg ist ein kleines Stadtviertel.

00:26:58: Das muss man auch ehrlich sagen.

00:27:00: Und da wird auch nichts beschönig, dass sie sagen wie hiermit verändern wir die Welt?

00:27:04: Aber was Sie sagen hier mit verändern wie unsere Welt für uns.

00:27:06: also das Thema Selbstwirksamkeit ist groß.

00:27:08: alle die Menschen die mitmachen Die können sagen für mich ich muss nicht mehr in Supermarkt gehen und wie sich der Penny oder der Revedor oder der Edeka beteiligt.

00:27:17: es weiß ich nicht.

00:27:17: Was ich weiß ist dass sie ja Lebensmittel retten aus eben diesen supermärkten und dann unter den menschen verteilen was Also ja auch eine Beteiligung daran ist.

00:27:27: Das ist eigentlich ein lokales Food-Sharing-Konzept.

00:27:30: Genau, ja!

00:27:32: Und da gibt's noch mehr, ne?

00:27:33: Also Marktschwärmerei, eine Olivenölbestellung, Futswap... ... gab es sogar einen Schnibbeldiskot, also das war organisiert von einer Jugendorganisation dort.

00:27:42: Da haben dann die Leute... Ne, das war von der anderen Organisation, egal, die haben es auf jeden Fall selber gemacht im Verein.

00:27:47: Gemeinsam was kochen und dabei tanzen.

00:27:49: So,

00:27:50: ne?!

00:27:50: Also solche Sachen.

00:27:51: Solange keiner mit dem Messer abgestochen wird,

00:27:54: kann das auch harmonisch

00:27:56: sein.

00:27:56: Du sagst mal, von wie vielen Leuten reden wir denn da die damit machen?

00:28:00: weil du sagst das ist so ein kleines Viertel?

00:28:03: Also ich würde sagen an Menschen es wie immer in Vereinen.

00:28:06: Du hast dann also deinen ganz ganz aktiven Kern und dann soll es erst einmal zwanzig bis vierzig Leute sein.

00:28:10: aber die Menschen die davon profitieren das sind hunderte vielleicht sogar bis tausende weil eben dieses Viertl also so wie ich's dann kennengelernt habe bei dem Restaurant Day der war das ganze Vierteln auf der Straße Und von daher genaue Zahlen hab' ich nicht.

00:28:23: Aber mein Eindruck war Da is was lebendig.

00:28:26: Das fand ich sehr beeindruckend.

00:28:28: Du, das macht richtig Spaß mit dir so durch die deutschen Lande zu hoppeln.

00:28:32: Würde ich sagen mach mal doch noch eine Station.

00:28:34: du hast mir auch nochmal von einem Bäcker erzählt und das finde ich natürlich auch nochmal sehr interessant ne Landbäckerei Die neue Vertriebswege geht.

00:28:42: was hat's damit auf sich?

00:28:44: Ja da hatte ich vorhin ein bisschen schonmal so angeteasert.

00:28:47: Karin Bayer war das nämlich die erste Biobäckerinnen aus Sachsen-Anhalt Und die macht seit fast dreißig Jahren Und ihre Geschichte war so, dass sie Mitte der Neunziger, neunzig-sechsten-neunzig meinig kam die so kurz nach der Wende als westdeutsche Bäckermeisterin.

00:29:05: Sie hat selber gesagt, sie war sowieso ein Alien da.

00:29:09: Kamen sie dort in den Ort?

00:29:10: Weil sie nach einer Backstube gesucht hat wo sie als Meisterin backen kann und eigentlich wollte sie in so eine Art Biokommune oder sowas.

00:29:18: Da hatte sie einen in der Nähe und gesagt diese Bäckerei steht leer und wird sonst geschlossen.

00:29:22: es wäre toll wenn du das machst.

00:29:24: Und dann war sie plötzlich mitten postwende in so einem kleinen Sachsen-anhaltinischen Dorf.

00:29:31: Ja, der Fremdkörper!

00:29:32: Und diese Geschichte, die sie mir da erzählt hat – also wie sie dreißig Jahre gebacken hat gegen viele Widerstände und auch einige Verluste hinnehmen musste und wie sie es geschafft hat – jetzt hat sie das letztes Jahr bekommen einen Preis echt alt mag Und wie sie dahin gekommen ist.

00:29:50: Aber

00:29:51: was waren das für Widerstände?

00:29:52: Normalerweise freut man sich doch, wenn so ein Bäcker kommt und frisches Brot barkt.

00:29:57: Naja ich glaube am Anfang war das natürlich die Zurückhaltung.

00:29:59: Was ist das für Menschlar aber dann auch quasi Mitarbeiterinnenverlust.

00:30:04: also was sie da erzählt hat war dass eines nachts wird ja nachts gebacken.

00:30:09: als echter Handwerksbetrieb kam plötzlich die Mitarbeiterin nicht.

00:30:14: Er sagt, es ist völlig untypisch, dass sie zu spät kommen würde und warteten.

00:30:20: Und plötzlich rief der Ehemann an.

00:30:21: Dann sagte er, meine Frau hat einen schweren Verkehrsunfall.

00:30:25: Und damit war die Frau natürlich erst mal für so ein kleinen Betrieb.

00:30:29: Es ist natürlich dramatisch erstmal ein persönliches Schicksal zu haben aber auch da war dann ein wichtiger Teil der Arbeitskraft weg das du gar nicht mehr so viel produzieren konntest.

00:30:39: Dann ging kurz vorher, glaube ich.

00:30:42: Nicht kurz danach.

00:30:42: Kurz vorher ist jemand in Schwanger geworden und damit sofort von einer auf dem anderen Tag im Beschäftigungsverbot.

00:30:49: Und plötzlich hast du ein Drittel deiner Belegschaft weniger.

00:30:51: Du musst das kompensieren und musst Anpassungen machen.

00:30:55: Diese Anpassung hat sie immer ein sehr gutes Händchen gehabt vor allem den Käuferinnen und Käufern es zu vermitteln.

00:31:02: Das Thema haben wir uns genommen weil es um das Thema Ernährungsumgebung geht.

00:31:06: Was machst du, wenn Bäcker plötzlich keine Brötchen mehr hat oder seltener Backt oder weniger da ist?

00:31:12: Gehste zum Nächsten.

00:31:13: Zum Anderen.

00:31:14: Was sie aber geschafft hat, sie hat das erklärt.

00:31:16: Sie hat gesagt, wisst ihr was?

00:31:18: Was wir nicht mehr leisten können, ist wir machen jetzt kein Teicheln mehr.

00:31:21: Wir haben alle drüber geweint dass die Teilchen weg sind und diese ganze Kaffee-Kuchen-Segment und dass wir nur noch vier Tage die Woche machen statt fünf oder sechs sogar.

00:31:30: Und durch das Erklären haben wir Leute gesagt alles klar okay dann organisieren wir das jetzt selber.

00:31:34: und hatte eben dadurch durch dieses Akzeptanz finden für diese Maßnahmen in der Bevölkerung eine ganz enge Bindung an ihre Klientel geschaffen.

00:31:44: Und das weit über den Ort hinaus, also sie beliefert bis zu sechzig Kilometer Umkreis, Kernkreise so dreißig Kilometer und es ist ja auf dem Land schon richtig viel.

00:31:54: Das heißt was genau ist das neue Vertriebskonzept, würdest du sagen?

00:31:58: Dass sie rumreißt.

00:31:59: Da sind so viele Kleinigkeiten also es sind so so witzige Sachen wie Sie zum Beispiel.

00:32:03: also die sagt so zwanzig Prozent der Produktion bleibt eigentlich nur im Laden Der Rest geht woanders hin und hat sich natürlich so das klassische dass in bio Und in regionalläden bleibt dass sie Wochenmärkte hat aber eben auch sehr früh eine eigene Liefertour.

00:32:16: Die musste eingestellt werden deswegen weil die leute weg waren.

00:32:19: da waren auch dann noch marktfrauen die waren auch plötzlich eines verstorben.

00:32:23: Dann hat sie gesagt, dann müsst ihr es halt selber machen.

00:32:26: Und dann hat sich daraus eine WhatsApp-Gruppe erstellt, wo die Leute gesagt haben, na ja wenn ihr es uns nicht liefert, dann machen wir das halt selber und jetzt fährt jede Woche jemand anders oder ein paar Tage jemand anderes und liefert die Brötchen für die Bäckerei auf eigene Kosten aus in die Nachbarschaft.

00:32:41: Dadurch entsteht wieder im Zusammenhalt ne Gemeinschaft und das ist das was wir spannend finden.

00:32:48: Das über eine Bäckerin Freundschaften und Zusammenhalt entsteht in einer sowieso benachteiligten Region, wo Zusammenhalt etwas Besonderes ist was besonderes macht.

00:32:59: Und das hat sich noch unter genau eine Sache die ich total spannend fand.

00:33:02: es gibt ein Brotversand per Linienbus.

00:33:04: also das war wirklich ein Konzept das habe ich noch nie gehört.

00:33:06: womit eine WhatsAppgruppe kennt man ja vielleicht schon mal.

00:33:08: Du bestellst das telefonisch vor und dann bringen sie die Brötchen in so ne Kiste und schön abgepackt dass alles auch sauber und hygienisch bleibt.

00:33:17: zum Bus der sowieso fährt.

00:33:19: Dann geben sie den Busfahrer, die Namen wer es abholt und dann stellst du dich bei dir zu Hause an deine Bushaltestelle.

00:33:27: Und dann kommt der Bus vorbei und dann kannst du dir deine Tüte aus dem Bus rausholen.

00:33:30: Solche Sachen!

00:33:31: Das ist innovativ, stelle ich mal allerdings in Berlin etwas schwierig vor, ne?

00:33:36: Ja ja weil Berlin hat halt auch wirklich kein Versorgungsengpass und ist die einzige.

00:33:41: jetzt glaube ich gibt's noch ein zwei andere Biobäckereien aber eine der ganz wenigen Handwerksbäckerei'n in der Region in die Masse zu bekommen.

00:33:50: Das ist eben das, was Karin so besonders

00:33:52: macht.".

00:33:53: Und hast du mitbekommen, was so jetzt aktuell ihre größten Widerstände sind?

00:33:58: Wo sie aktuell noch Themen hat oder ist jetzt anerkannt und alles ist rosarot?

00:34:02: Ne ich glaube, was sie umtreibt es dass sie in der Lage sein möchte den Preis für ihr Brot so niedrigzuhalten wie möglich und das aber auch schafft.

00:34:13: also Ich habe dort ein Leibbrot für dreifünfundsiebzig bekommen in Berlin bekommen würde.

00:34:20: Und dadurch, dass sie eben sagt wir schränken uns ein Wir machen eben nicht den Teilchenverkauf weil der ist immer ein Minusgeschäft hat sie mir erklärt ob das immer so ist weiß ich nicht.

00:34:29: natürlich für die Großbeckereien aber im Kleinen sagt Sie Das ist das Minus-Geschäft und das Brot muss das kompensieren.

00:34:35: man macht es halt weil's die Leute wollen und das hat sie rausgenommen und dadurch kann sie eben günstiger Brot produzieren.

00:34:42: das sind glaube ich die Herausforderungen die sie aktuell hat.

00:34:47: Natürlich ist es eine schwierige Lage in Sachsen-Anhalt, aber was das auf der persönlichen Ebene ist weiß ich nicht.

00:34:53: Kann ich nicht beurteilen?

00:34:55: Wir haben jetzt über drei verschiedene Ansätze gesprochen.

00:34:58: Was die glaube ich vereint ist dass ja alle drei kaum jemand kennt.

00:35:03: Ich würde gerne noch zum Schluss darüber reden abgesehen von Podcast.

00:35:07: Warum glaubst du ist es so?

00:35:10: Ich glaube weil die meisten Menschen sich nicht mit Ernährung so viel auseinandersetzen wie Es für uns alle gut wäre, also wenn wir mehr auf Ernährung achten würden hätten wir eine viel höhere Auseinandersetzung und damit auch einen viel größeren Hebel für bessere Produkte einzustehen.

00:35:28: Und das wollen wir in die Breite bringen.

00:35:30: Also möchte ich mit diesem Podcast zumindest.

00:35:33: Der Punkt ist, dass wir möchten sagen, wir möchten pragmatische Lösungen in so einer schwierigen Marktumgebung zeigen und Aufzeigen und Innovationen aufzeigen in dem Zusammenhang.

00:35:44: Das findest du an ganz vielen Stellen in Deutschland!

00:35:47: Wir haben uns die aber genommen, weil sie ... also erst mal war wir sie kannten.

00:35:50: Das ist glaube ich der Punkt und wir werden daran glauben dass eine gute Geschichte hilft im Gedächtnis zu bleiben.

00:36:00: wenn man Fakten transportiert dann hat man für genau diesen einen Moment diesen einfakt parat.

00:36:05: was aber Geschichten machen es?

00:36:07: die wirken in der Tiefe und sie wirken über eine längere Zeit das man darüber nachdenkt.

00:36:12: Und deswegen ist das konkrete Beispiel Wichtig, aber nicht essentiell um einen Samen zu sänen der vielleicht in einer besseren Ernährung und Ernährungsumgebung und Nährungskonzept in unseren Köpfen wächst.

00:36:27: Michi Rolle spielen dafür dich der Handel?

00:36:29: Der kommt ja in eurem Konzept bisher noch gar nicht vor oder?

00:36:33: Ja das ist so.

00:36:35: da gibt es auch Gedanken wie wir weitermachen ob wir da mehr drauf eingehen.

00:36:40: Also das muss ich jetzt als Privatperson sagen weil ich natürlich immer dran hänge dessen Er ist ein Ministerium hinter, dass das veröffentlicht.

00:36:47: Und das Ministerium ist zu einer gewissen Neutralität verpflichtet und kann jetzt nicht irgendein Händler bevorzugen gegenüber einem anderen Händlern oder irgendwo sagen, das ist ein gutes Produkt und es ist ein schlechtes Produkt und das darf so auf gar keinen Fall.

00:37:00: diese Bevormundung... Das ist etwas was auf gar keinem Fall passieren darf, was ich auch persönlich nicht möchte weil mein Lieblingswort in dem Zusammenhang ist Ambiguitäts-Toleranz.

00:37:14: Wir müssen lernen, das ist meine persönliche Überzeugung, dass dieses Leben komplizierter ist als es scheint.

00:37:19: Also dass es keine einfachen Lösungen gibt und dass wir akzeptieren, dass es so ist, dass die Welt kompliziert ist.

00:37:27: Und das ist Ambiguritäts-Toleranz also das was es bedeutet.

00:37:30: An der Stelle ist es genauso wenn ich kann jetzt zwar... Ich muss aushalten dass es gute Händler gibt und schlechte Händlern gibt.

00:37:37: Wenn ich über den Handel arbeite dann da muss sich über Verfehlungen sprechen.

00:37:42: Positiv beide Spiele sprechen, ansonsten erzähle ich einfach nur wie das Produkt von A nach B kommt.

00:37:46: Weil dass was eigentlich passiert ist doch eigentlich da wo es produziert wird es wichtig und toll und da wo's gegessen wird.

00:37:52: Und dazwischen da sind... Da wird Geschäft gemacht!

00:37:56: Ja aber bei natürlich der Handel auch ein Stück weit die Story mehr transportieren müsste.

00:38:01: schrecklich könnte Fragezeichen.

00:38:04: Er hat immer noch die Verpackung.

00:38:05: wir sehen wieder beim Karottensnack wo jetzt nicht ausgenutzt wurde hat auch noch andere Medien und trotzdem gehen viele Produkte flöten, weil sie vielleicht nicht die Marge bringen.

00:38:17: Weil sie nicht die Drehung bringen oder weil es eben vielleicht gar nicht gut genug sind trotz der guten Story?

00:38:23: Das ist richtig klar!

00:38:24: Ich glaube an dieser Stelle bin ich einfach nicht derjenige, der da den richtigen Erhebel hat.

00:38:31: also wir wollen diese Geschichten erzählen was wir als Endkonsumenten machen können oder wie wir selbst wirksam werden können Um Veränderung voranzutreiben und um das beim Handel zu machen, da braucht es vor allem meines Erachtens wahrscheinlich Druck.

00:38:46: Und da braucht's dann so Organisationen die Lobbyarbeit machen sowohl in Berlin als auch in Brüssel, um diese Firmen vor sich herzutreiben.

00:38:54: denn was auch klar ist dass Selbstverpflichtungen häufig nicht helfen.

00:38:59: Und man muss auch sagen was ein schöner Teil des gesamten Themas für diejenigen dies betrifft, diejenigen ihre Geschichten erzählen können Die haben natürlich eine sehr schöne Motivation dadurch, und für die ist das auch sicher ein tolles Erlebnis.

00:39:11: Und eine Bestärkung ihrer Projekte in ihren Initiativen – insofern finde ich es auch sehr gut, dass ihr das macht!

00:39:17: Vielleicht zum Schluss nochmal so einen Blick in die Glaskugel?

00:39:20: Welche Themen sind denn noch zu erwarten?

00:39:22: oder gibt's denn Themen, wo du sagst «das steht sich ja in nächster Zukunft an» oder «das sollte man unbedingt machen».

00:39:27: Also….

00:39:29: Ich kann noch nicht zu viel sagen über die dritte Staffel, die bald kommen wird allerdings.

00:39:33: Wir sind jetzt am Beginn der Produktion Und was sicherlich eine große Rolle spielen wird, sind die Proteine der Zukunft.

00:39:40: Also etwas das dir nicht fremd ist und könnte sein dass es da die ein oder andere Folge in der nächsten Staffel zu geben wird.

00:39:47: Lieber Sebastian vielen Dank für das Gespräch!

00:39:49: Ich wünschte toi toi toi für deine Besuche, deine Deutschlandreisen.

00:39:53: ja und viel Spaß noch in Wien.

00:39:55: jetzt habe ich gehört Glutenunverträglichkeit naja vielleicht findest du ja ne glutenfreie Sahartorte.

00:40:00: Viel

00:40:00: Glück!

00:40:01: Danke schön.

00:40:04: Das war's für heute von Food Fakt.

00:40:06: Hingehen, kennenlernen ausprobieren – das ist nicht nur schön!

00:40:09: Das ist im Grunde genommen auch die anstrengendste und ehrlichste Art sich mit Lebensmitteln zu beschäftigen.

00:40:15: Das hat mir das Gespräch mit Sebastian wieder mal gezeigt.

00:40:19: Wenn euch die Folge gefallen hat freue ich mich übrigens sehr über eine positive Bewertung bei eurem Podcast-Anbieter.

00:40:24: Das unterstützt die Arbeit enorm und hilft Food Fact mehr Menschen zugänglich zu machen.

00:40:30: Danke euch dafür.

00:40:32: Und servus bis zum nächsten Mal!

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