#75 Regionale Lebensmittel: Herkunft als Vertrauensfrage mit Bettina Röttig und Vanessa Schmelcher
Shownotes
Dreißig Kilometer, ein Bundesland oder einfach ein gutes Gefühl: Regional steht auf fast jeder Verpackung, nur meint jeder etwas anderes damit. Wo hört Herkunft auf und wo fängt Etikett an? Warum lehnt die Branche feste Regionalquoten fast geschlossen ab? Und hält ein regionales Lieferantennetz wirklich, wenn die Ketten reißen?
Stefan Fak spricht mit Bettina Röttig von der Lebensmittel Praxis, die den Regional-Star in Berlin organisiert und moderiert hat, und mit Vanessa Schmelcher, die bei Kaufland den Einkauf Regionalität verantwortet und in der Jury saß. Zwei Perspektiven auf dasselbe Wort: die Beobachterin, die jedes Jahr Dutzende Konzepte nebeneinander sieht, und die Einkäuferin, die Regionalität in Prozesse, Mengen und Regalmeter übersetzen muss.
Kaufland zieht eine harte Linie: dreißig Kilometer Umkreis um die Filiale, dort produziert, verarbeitet oder veredelt. Erst dann gibt es das Regio-Herz aufs Etikett, samt Herstellungsort. Rund 2.000 regionale Lieferanten und 25.000 Artikel hängen an dieser Definition. Bettina Röttig zeigt, wie breit das Feld daneben ist: Manche Konzepte denken in zehn Kilometern um den Kirchturm, andere in zweihundert. Rechtlich geschützt ist der Begriff nicht.
Im zweiten Teil wird es härter. In den Krisenjahren hat Regionalität die Seite gewechselt, vom Gefühlsthema zur Frage der Versorgungssicherheit. Vanessa Schmelcher erzählt, wie regionale Nudelhersteller einsprangen, als die großen Lieferanten während der Pandemie nicht mehr lieferten. Bettina Röttig ordnet ein, warum das Thema inzwischen bis aufs Podium mit dem Bundeslandwirtschaftsminister gewandert ist, wo Quoten scheitern und weshalb Bürokratieabbau die lauteste Forderung der Branche bleibt.
Dazu Zahlen: 68 Prozent bevorzugen regional, jeder Zweite zahlt dafür mehr. Wichtigster Kaufgrund ist laut Kauflands Regio-Index weder Klimaschutz noch Frische, sondern die Unterstützung der Betriebe vor Ort. Was das für kleine Erzeuger bedeutet, die den Listungsprozess einer bundesweiten Kette durchlaufen, sagt Vanessa Schmelcher offen: Es muss für beide Seiten wirtschaftlich sein, sonst gibt es den Partner in zwei Jahren nicht mehr.
Zum Schluss der Blick nach vorn: Kommt das eigene Regionalregal? Was macht die EmpCo-Richtlinie mit der Kommunikation von Herkunft? Und warum zeigt ausgerechnet ein Händler in Vorarlberg direkt auf dem Kassenbon, wie viel Region im Einkaufswagen liegt?
Eine Folge über Nähe, Vertrauen und die Frage, wie viel Region im Regal überhaupt möglich ist.
Mehr zu Food Fak(t) findet ihr auf Instagram unter @foodfakt_podcast. Dort teilen wir regelmäßig vertiefende Inhalte, spannende Hintergründe und zusätzliche Einblicke zu den Themen, über die Stefan und seine Gäste im Podcast sprechen.
Weitere Informationen rund um den Podcast sowie alle Folgen findet ihr auch auf unserer Website unter www.foodfakt.de.
Transkript anzeigen
00:00:00: In den letzten schießen Jahren haben wir gesehen, globale Lieferketten brechen teilweise zusammen.
00:00:04: Was braucht es denn tatsächlich, regionale Strukturen zu fördern um uns unabhängiger zum Beispiel?
00:00:10: Das ist eines der großen Themen und deswegen auch sehr spannend für die Politik.
00:00:14: Herzlich willkommen bei Foodfakt!
00:00:16: Vor ein paar Tagen wurde in Berlin der Regionalstar twenty-sixundzwanzig verliehen.
00:00:21: Falls ihr den nicht kennt, das ist der Preis mit dem die Zeitung Lebensmittelpraxis jedes Jahr die besten Regionalkonzepte im deutschen Handel auszeichnet – vom kleinen Erzeuger bis hin zur großen Kette!
00:00:32: Und das Ganze war dieses Jahr wieder richtig gut besucht, bis hin zum Bundeslandwirtschaftsminister auf der Bühne.
00:00:38: Das nehme ich zum Anlass heute genauer hinzuschauen.
00:00:41: Zu Gast habe ich zwei Frauen, die diese Veranstaltung von innen herauskennen Bettina Röttich, Journalist in der Lebensmittelpraxis, sie hat den Regionalstar mitorganisiert und moderiert.
00:00:51: Und Vanessa Schmälcher die bei Kaufland für den Einkauf regionaler Produkte zuständig ist und die an der Regionalsstar Shuri teilgenommen hat!
00:01:00: Mit ihnen rede ich heute über regionale Lebensmittel – was heißt regional überhaupt?
00:01:05: Muss man das?
00:01:05: strengere Regeln oder besser
00:01:07: nicht?!
00:01:07: Und wie geht ein Händler wie Kaufland damit um wenn er Hunderte Filialen Bleibt dran, danach schaut es sicher anders auf das Thema regionale Lebensmittel.
00:01:20: Herzlich willkommen bei Food Fakt!
00:01:21: Liebe Bettina, liebe Vanessa, herzliches Hallo aus Berlin.
00:01:24: ich freue mich dass ihr heute dabei seid und da seid und erstmal Gratulation zum Regionalstar.
00:01:30: und was da in Berlin über die Bühne gegangen ist ja das fand ich ziemlich stark hat auch ziemlich nachgewirkt und ich freu mich dass wir das heute zum Andersnehmen über das Thema Regionalität zu reden.
00:01:39: ein spannendes Thema.
00:01:40: viel vielen Dank.
00:01:42: Je länger ich über das Thema Regionalität nachgedacht habe, desto unscherfer ist dieser Begriff auch für mich ein bisschen geworden.
00:01:48: Und ich denke jetzt sind wir schon mittendrin.
00:01:50: was heißt den Regionalität für euch und warum kann es denn eigentlich jeder so ein bisschen anders auslegen?
00:01:56: Gut, Regionalität ist ja kein geschützter Begriff.
00:01:59: also für mich bedeutet Regionalität ganz privat irgendwie ein Stück Heimat irgendwie kenne ich meine Umgebung Ich kenne die Produkte die vor Ort angebaut werden angeboten werden.
00:02:09: Und ja aus dem Grund haben wir uns auch bei Kaufland dann dazu entschieden, einfach eine klare Definition zu führen.
00:02:17: Nämlich die dreißig Kilometer.
00:02:19: also das heißt Wir schauen uns immer die dreizig Kilometer Umkreis um eine Filiale an und alles was dort produziert wird hergestellt wird und eben auch für den Kunden vor Ort irgendwo eine regionale Bedeutung hat einen Bezug weisen wir als regional aus.
00:02:35: Warum jetzt dreißige Kilometer nicht?
00:02:37: Keine Ahnung fünfunddreißig oder vierzig
00:02:40: Ja, ich glaube über diese Distanz kann man sich streiten.
00:02:43: Wir haben uns mal für die dreizig Kilometer entschieden weil wir einfach sagen das ist irgendwo die Heimat also die Nachbarschaft.
00:02:49: innerhalb diesen dreißig Kilometern kenne ich die Ortschaften drumherum.
00:02:53: Ich kenne viele Personen.
00:02:56: Man ging mit ihnen zur Schule und so weiter und sofort ist auf gewissen Hoffesten oder Dorffesten unterwegs.
00:03:03: von daher sind die Dreißigkilometer für uns einfach so ein Ja, eine schöne Distanz wo man sich noch gut kennt.
00:03:10: Bettina, du siehst ja jährlich sehr viele Regionalkonzepte nebeneinander.
00:03:15: da ist es ja wahrscheinlich nicht immer nur mit dreißig Kilometer definiert.
00:03:18: wie weit gehen denn die Definitionen von dich für das Thema regional auseinander?
00:03:24: Wir haben ja tatsächlich einige Konzepte die schon lokal sind.
00:03:28: also wir haben wirklich ein ganzes Spektrum von um den Kirchturm herum also um den Markt herum beispielsweise fünfzehn Kilometer sehen fünfzehnt Kilometer auch Das hatten wir schon tatsächlich unter den Nominierten, unter den Bewerbern.
00:03:41: Aber es geht auch je nach Region mit zwei Hundert Kilometern.
00:03:45: Je nachdem ob's auch ein Konzept ist das vielleicht einen Verarbeiter oder ein Produzent sich vorgenommen hat.
00:03:52: Oder eben auf Marktebene, das ist sehr unterschiedlich natürlich zu sehen und je nach Region.
00:03:56: es wird nicht in jeder Region möglich sein, dass du ganz viele lokale Produzenten oder regionale Konzepte rund dreißig Kilometer um den Markt findest.
00:04:05: manche Regionen sind einfach gesegneter als andere.
00:04:10: Wenn wir jetzt über Konzepte sprechen, was sind denn aus eurer Sicht so die stärksten Konzepten dieses Jahr gewesen?
00:04:16: Ja ich aus meiner Handelsperspektive finde natürlich immer die Konzepter extrem spannend.
00:04:20: Wenn man einfach merkt dass ganz viel Herzblut auch am POS reinfließt gerade wenn Biferanten vor Ort sind.
00:04:27: verkosten dürfen mit den Kunden in Kontakt kommen Und da wirklich auch die Hausleitung oder generell die Filialen vor Ort einfach dahinterstehen und dafür eine Beziehung sorgen, für eine Partnerschaft sorgen.
00:04:39: Das finde ich wirklich am allerschönsten zu sehen, dass man eben die Leidenschaft und das Herzblut auch an den Kunden weiterbringt.
00:04:47: aber klar auch all diejenigen Konzepte, die sich speziellen darauf fokussieren, dass wirklich das Produkt vollständig regional hergestellt wird komplett aus hundert Prozent Zutaten Da wo es überall möglich ist, werden auch ein Konzeptchen.
00:05:01: Vanillezucker ist natürlich relativ schwierig hier in Deutschland anzubauen aber auch die Konzepte haben mich sehr begeistert noch.
00:05:08: Und Bettina du?
00:05:10: Überall da, wo viel Eigenengagement reingesteckt wird.
00:05:13: Also nicht nur dass man sagt okay ich nehme deine Produkte ab als Händler jetzt betrachtet sondern das du wirklich in der Dialoge ist, dass du Produkte mitentwickelst genau das Sortiment anzubieten in Ergänzung zu dem was du sonst im Markt hast und national vielleicht nationale Marken und Produkte zu finden sind.
00:05:30: also wirklich
00:05:31: mehr
00:05:32: dafür zu sorgen dass die Hersteller vor Ort auch wirklich tolle Produkte liefern die ankommen.
00:05:39: Aber was wäre das zum Beispiel?
00:05:40: Ist es dann eine Gurke mit einer besonderen Gewürzmischung oder ist das ein Hühnerei, das blau ist.
00:05:45: Oder wie stelle ich mir das denn vor?
00:05:47: Da geht's
00:05:48: z.B.,
00:05:48: wir hatten einen Markt der eine Eigenmarke kreiert hat, Tante Milkao in diesem Jahr von Edikamilkao und da ging es wirklich darum dass man Die Verpackungen entsprechend richtig schön gestaltet miteinander, dass man die Rezepturen auch wirklich miteinander weiterentwickelt von einzelnen Produkten.
00:06:05: Also der Händler weiß okay hier ist noch eine Lücke im Sortiment, die Marmelade macht er tatsächlich mittlerweile sogar selber und schaut halt Omos Rezeptur.
00:06:13: wie kriegen wir das skaliert für unsere Märkte?
00:06:16: Für unsere Eigenmarke?
00:06:17: und wie entwickeln wir die Produzenten dahin, dass sie auch wirklich uns genug liefern können?
00:06:23: Und in welche Kategorie fallen dann z.B.
00:06:25: regionale Artikel wie eine Spreewald-Gurke oder eine O-Badster, zum Beispiel das Kölsch, dass ich ja in jedem Markt bekomme?
00:06:33: Aber dass er trotzdem irgendwo regional ist.
00:06:36: Soll ich antworten?
00:06:38: Ja!
00:06:40: Regionalität ist ja wirklich aus Sicht... Das betrefft das ganz unterschiedlich.
00:06:45: Also es gibt wirklich die Herkunft als das Zentrale, also die Spreebaldkurke mit die du gerade genannt hast, die ist national gesehen eine Marke.
00:06:53: Die Herkünft ist quasi das was da Vertrauen erzeugt, was eine Verbindung zum Geschmack und zu diesem Ursprung erzeugte und das positiv auflädt.
00:07:04: Und das andere ist okay.
00:07:05: es ist wirklich bei mir um den Kirchtum herum.
00:07:08: Es ist aus meiner Region, es ist aus meine Nachbarschaft.
00:07:12: Es muss Regionalität, es muss nicht aus der Eigenmachbarschaft sein um positiv zu wirken.
00:07:16: Die Spreewaldguck ist das Beispiel!
00:07:18: Das sind auch die schönen Stories finde ich wenn auch ein Produkt was irgendwo lokal sehr bekannt ist aber dann doch irgendwann bundesweit auch einen Klang findet.
00:07:27: Muss nicht bei jedem Produkt der Fall sein?
00:07:28: Ich meine wie gesagt eine regionale Kartoffel, das kann einfach eine ganz normale Kartoffels sein.
00:07:33: Muss keine blaue Kartoffeln sein, die muss nicht... extra Besonderes haben.
00:07:36: Die darf ruhig einfach eine Kartoffel sein, aber umso schöner werden auch Produkte die wirklich irgendwo mit sehr viel Leidenschaften hergestellt werden dann bundesweit gerne gekauft werden.
00:07:46: und da eine Bekanntheit da ist.
00:07:47: Vanessa lass uns doch mal ein Spiel machen.
00:07:49: drei Kilometer von hier sitzt entfernt die Firma Stork.
00:07:53: jetzt stelle ich mir einmal vor Toffife wird plötzlich über Nacht nicht mehr gekauft.
00:07:57: könnte ich sagen naja also bevor es jetzt gar nirgends gibt lasse sie uns doch in Berlin als regionales Produkt Listen.
00:08:04: Könnte ich dann zu dir kommen und sagen, machen wir doch TOFFI viel nur mehr in Berlin als regionales Produkt?
00:08:10: Man muss immer ein bisschen differenzieren.
00:08:12: Jetzt ist STORK natürlich eine sehr große Firma, ein sehr großes Unternehmen mit höchstwahrscheinlich auch nur der Annahme von mir, sehr vielen Produktionsstandorten wahrscheinlich nicht alle in Deutschland.
00:08:23: Von daher würde ich jetzt ganz klar sagen, das liegt nicht bei mir in der Verteilung.
00:08:27: Ich gebe das aber sehr gerne an unsere Kollegen weiter, denn es muss nicht immer alles regional sein um es auch zu listen oder um auch ein Produkt nur in einzelnen Filialen zu Listen, wenn ich mal von Kaufland spreche.
00:08:38: Wenn es sich wirklich um ein regionales Produkt handeln würde was dort drei Kilometer entfernt von der Filiale hergestellt wird genau dann wärst du bei mir richtig.
00:08:48: um in der Schokoladeabteilung zu bleiben.
00:08:50: Es gibt jetzt eine Nutella mit einer Brandenburger Haselnuss, würdet ihr denn so was bewerten?
00:08:56: Ist das ein Begriff von Regionalität, der noch eine sinnvolle Herkunftsangabe ist oder ist es dann schon eher reines Marketing?
00:09:02: Kommt immer ein bisschen drauf an.
00:09:04: Ich finde, das ist schon auch ein ganz schönes Konzept.
00:09:07: wenn man irgendwo die, du hattest gesagt die Haselnus aus Brandenburg, wenn man die da einfach ein bisschen fördern kann warum nicht letztlich... Für uns bei Kaufland, was die Definition angeht ist es wichtig wo das Produkt hergestellt wird.
00:09:18: Also nicht nur wichtig wo die Haselnuss herkommt sondern tatsächlich wo wird's dann zusammengeführt und wenn das Produkt trotzdem irgendwo im Ausland hergestellt würde oder ganz weit entfernt von der Filiale als über die Kreisichkilometer hinaus.
00:09:30: Dann würden wir bei Kauflern nicht mehr von dem regionalen Produkt sprechen.
00:09:34: also am allerschönsten wäre Wenn das Produkt dann eben auch in Brandenburg hergestellt wurde mit der brandenburgischen haselnuss Und dann würde ich das auch das Regioherz bekommen
00:09:43: Und am liebsten dann auch noch wirklich von den Bauern produziert und nicht von der großen Fabrik irgendwo in Italien, oder?
00:09:52: Genau.
00:09:52: Also Italien wäre wie gesagt dann raus weil Ausland aber an sich in Deutschland das muss doch nicht immer der kleinst Bauer sein oder der kleinste Lieferant können auch mittelständische Unternehmen sein.
00:10:02: es können teilweise auch große Unternehmen sein wenn das eine Produkt an einer Stelle produziert wird und wir ganz exakt sagen können hey dass kommt wirklich hier fünfzehn Kilometer um die Ecke Warum nicht fördert dieses Produkt ganz genauso die lokalen Strukturen?
00:10:17: Mir ist bei dieser Regionals-Star Veranstaltung aufgefallen, dadurch dass diese Begriffregion ja nicht wirklich gesetzlich geschützt ist weder eine verbindliche noch eine wissenschaftlich vorgebende Definition herrscht.
00:10:27: Ja habe ich das Gefühl da wird er schnell in Deutschland speziell der Ruf nach Regeln laut.
00:10:32: Bettina wie ist denn das also?
00:10:34: es war ja einiges an Politik vor Ort.
00:10:37: was sagt denn das über das Thema aus des Regionalität inzwischen so eine Chefsache ist?
00:10:42: und dann der Bundeslandwirtschaftsminister auf dem Podium sitzt und sagt, ja das müssen wir jetzt in Angriff nehmen.
00:10:49: Zuvor war Regionalität viel mehr mit Emotionen verknüpft.
00:10:53: Also tatsächlich, was schmeckt mir?
00:10:55: Was ist vielleicht erst der Kindheit und aus meiner Jugend das, was mich triggert beim Einkauf?
00:11:00: Mittlerweile ist es sehr viel stärker, Aus Sicht der Resilienz zu betrachten.
00:11:05: Und deswegen glaube ich auch Chefthema.
00:11:07: Das heißt in den letzten Krisenjahren haben wir gesehen globale Lieferketten brechen teilweise zusammen.
00:11:12: Was braucht es denn tatsächlich, regionale Strukturen zu fördern um uns unabhängiger zu machen?
00:11:17: Das ist eines der großen Themen und deswegen auch sehr spannend für die Politik.
00:11:21: Einige fordern ja auch feste Quoten also eine Mindestmenge an regionalen Waren, die im Handel zu bekommen sind.
00:11:30: das wird ja sehr kritisiert und von vielen abgelehnt.
00:11:33: warum denn eigentlich?
00:11:35: Es gibt tatsächlich die Forderung dass man regionale Produkte in der Verkaufsförderung stärker über Quoten behandelt.
00:11:41: Also nicht unbedingt das Sortiment, antheismäßig hochschraubt zum gewissen Prozentsatz sondern zumindest die Vermarktung vorantreibt.
00:11:48: aber da ist die Problematik dass eben wirklich jener Region nichts so viel verfügbar ist.
00:11:55: im Schwabenländle, in Baden-Württemberg ist man sicherlich sehr viel besser bedient und kann diese Quoten sehr viel stärker erfüllen als in Brandenburg.
00:12:03: also ich Quoten solche Dinge regeln.
00:12:07: Wir müssen erst mal schauen, dass Strukturen wieder gefördert werden, dass wir regionale Verarbeitungsstrukturen, Bündelungsstruktur aufbauen und Bürokratieabbau war da ein Thema das auf dem Podium zum Beispiel diskutiert wurde und gefordert wurde um es den Erzeugern und den Händlern auch am Ende des Tages leichter zu machen, Regionalität zu fördern.
00:12:26: aber eine Zwangsquote ist nicht hilfreich.
00:12:30: Das war zumindest glaube ich von allen nachher das Fazit.
00:12:33: Jetzt war aber auch ein Thema speziell vom Bauernverband, der gesagt hat es gibt ganz viele kleine Erzeuger.
00:12:39: Aber wenig große Handelskonzerne.
00:12:41: kann denn da zum Beispiel eine Politik überhaupt zu einem Machtgefälle ausgleichen?
00:12:45: Sehr sehr wichtiges Thema.
00:12:47: und ja es braucht natürlich die Leitplanken außer Politik.
00:12:51: das was wir gehört haben waren vor allem Ansätze nachher für Gastronomie, für die Gemeinschaftsverpflegung.
00:12:56: besser gesagt ist dass das auch ein großer Hebel ist und die Politik an diesen Zeugen tatsächlich ansetzen möchte.
00:13:03: Der Handel ist aber natürlich, Vanessa vielleicht kannst du noch mal da stärker erklären kann man nicht überall rein regieren?
00:13:10: Gut letztlich ist es ja auch wichtig gerade auch was einfach die Zusammenarbeit mit lokalen kleinen Lieferanten und Bauern angeht dass man der partnerschaftliche Zusammenarbeit und ich glaube war auch innerhalb meines Vortrags das da einfach ganz stark drauf geachtet werden muss dass man einen Mittelweg findet dass man auf beiden Seiten, auf beiden Parteien ganz klar äußert was denn notwendig ist.
00:13:31: Was gerade dann auch die Herausforderungen sind und dann gemeinsam den Mittelweg finden.
00:13:35: das wird nicht immer funktionieren mit Sicherheit aber auch dann muss man auch ganz klar sagen ja es sollte auch für beide Parteien passen und dann führt der Weg in dem Fall einfach nicht zusammen.
00:13:45: da sehen wir als Kaufland einfach einen sehr partnerschaftlichen Ansatz.
00:13:49: aber ja wir würden uns da auch wünschen dass die Bürokratie ein Stück weit abgebaut wird.
00:13:54: Ja, wer nicht.
00:13:55: Wer will nicht weniger Bürokratie?
00:13:57: Und trotzdem!
00:13:58: Ich meine man kann alles mögliche regeln und über alles Mögliche reden aber gerade wenn es um regionale Produkte geht dann müssen das ja die Menschen kaufen und da wird's interessant.
00:14:07: Achtundsechzig Prozent sagen sie bevorzugen regional.
00:14:10: jeder zweite ist sogar bereit mehr zu zahlen.
00:14:12: was glaubst du denn so Vanessa agieren die Konsumenten hier nach einer Vernunft weil Sie klare Argumente sehen oder eher nach einem Bauchgefühl was ich einfach nett finde regionale Produktes zu kaufen?
00:14:23: Schön, dass du es ansprichst.
00:14:25: Wir hatten jetzt auch erst vor Kurzem unser Regioindex, den wir rausgegeben haben, wo wir einfach mal so ein bisschen einen Blick in unsere Einkaufsdaten gegeben haben und zusätzlich auch eine Yukoff-Umfrage ausgewertet haben.
00:14:37: Und da ging es uns darum, welche Faktoren sind denn den Verbrauchern beim regionalen Einkauf besonders wichtig?
00:14:44: Da war der wichtigste Faktor für die Verbraucher die Unterstützung der Landwirte und Hersteller vor Ort um die Knapp.
00:14:51: dahinter kamen dann Klimaschutzgründe und direkte anerfrische Produkte, Qualität und Sicherheit der Produkte.
00:14:58: Also letztlich kann man schon sagen dass es immer noch ein sehr emotionales Thema ist und das man wirklich aufgrund von Unterstützungsgedanke heraus die Produkte kaufen möchte als Verbraucher.
00:15:09: Zudem kommt natürlich auch das Thema Qualität.
00:15:11: Von daher ist es dann glaube ich eine gute Mischung aus Beidem.
00:15:14: wenn ich ein Produkt nämlich einmal kaufe einfach nur weil's ganz nett ist ist ja vom Bauer um die Ecke Schmeckt danach aber nicht, dann werde ich es auch nicht wieder kaufen.
00:15:24: Und ich glaube, die Mischung macht's!
00:15:26: Was schätzt du denn ein?
00:15:26: Wie groß ist denn dieser Qualitätsunterschied wirklich oder ist das nur eine Erzählung?
00:15:30: also wenn jetzt ein regionales Ei ist und beides kommt ja letztendlich auch über einen zentralen Lager?
00:15:39: Gut, letztlich sind natürlich da auch gesetzliche Bestimmungen.
00:15:42: also rein von der Qualität sind prinzipiell beide Produkte gut, sonst wären sie nicht im Sortiment.
00:15:47: Ich schaue
00:15:48: mir natürlich auch immer in meinem Job und vor allem in der Vorbereitung verschiedener Studien an.
00:15:52: Und aktuell gibt es eine Studie von Juga, von den Marktvorschern die auf ganz klar zeigt.
00:15:57: also erstens ja du hast gesagt dass man bereit ist mehr zu zahlen aber Regionalität reicht nicht mehr wirklich als Argument aus.
00:16:03: das heißt es wird schon verlangt dass es auch zum Beispiel biologisch ist, dass es gesünder ist.
00:16:09: möglich Das ist besser für mich quasi und besser für die Umwelt.
00:16:13: Und das sind auch die Kriterien, die wir uns anschauen für den Regionaister.
00:16:16: Wir schauen tatsächlich was denn die Verbraucher-Erwartungen?
00:16:19: Über zehn Jahre machen wir das jetzt mittlerweile schon und haben damals schon gesehen okay, die Erwartung ist natürlich frische kürzere Wege also da auch die Umwelt zu schuhen aber eben auch die Kombination tierwohl und ökologischer Landwirtschaft.
00:16:32: und da schauen wir wirklich was erfüllt genau diese Erwartungshaltung der Verbrauchern und was nicht?
00:16:37: Und ja, entsprechend gibt es natürlich erst mal vielleicht die Bauchentschuldung.
00:16:40: Okay ich hoffe das weiß nett ist das Produkt weil's aus der Nachbarschaft ist.
00:16:44: aber was bietet es mir denn dann auch mehr und überzeugt mich auf lange Sicht damit ich auch vielleicht den Aufbrechstrahlen.
00:16:51: Und vielleicht auch das Produkt gar nicht bekomme?
00:16:53: Denn wie tolerant sind denn die Konsumentinnen und Konsumenten wenn jetzt?
00:16:58: Aufgrund der Saisonalität, zum Beispiel die Erdbeere nicht vorhanden ist oder die Erddbeermarmelade ist alle.
00:17:03: Dann kann hier nicht einfach eine neue Erdbärmarmelade regional nachproduzieren?
00:17:07: Oder also wie geht ihr denn damit um mit Stockout von regionalen Produkten?
00:17:11: Ist das ein Ärgernis oder vielleicht sogar ein Reiz?
00:17:14: Definitiv sicherlich auch ein Ärgernis wenn man als Kunde du hast angesprochen vor dem leeren Regal steht.
00:17:19: aber ich glaube auch da ist es dann so sobald man weiß okay das ist ein regionales Produkt und dann jeder mit gesunden Menschen verstanden kann, glaube ich ganz gut dann auch nachvollziehen.
00:17:30: Okay diese Saison ist jetzt einfach vorbei.
00:17:32: sicherlich es ist schön wenn die Lieferanten vorsorgen.
00:17:34: Ich meine man kann Erdbeeren auch ganz gut Schockfrosten.
00:17:38: hatten wir auch das Thema beim RegioStar dass da Emils Smoothies herstellt aus Erdbären aus der Region die natürlich schockfrostet um die dann auch regelmäßig dauerhaft verwenden zu können für die Smoothies und nicht nur zur Erdwertzeit.
00:17:53: Sicherlich gibt es da auch Möglichkeiten für die regionalen Lieferanten, ein bisschen besser noch vorausschauend vorzusorgen.
00:17:59: Aber auch da wenn das Erdbeer fällt leer ist es leer.
00:18:02: also wo sollen die Erdben herkommen?
00:18:03: und ich glaube sind einfach auch wichtig als Händler darauf irgendwo aufmerksam zu machen.
00:18:08: Genau, die Kommunikation ist der Knackpunkt.
00:18:11: Es gibt ja wirklich viele Möglichkeiten am Point of Sale im Laden zu kommunizieren einmal die Profile zum Beispiel der Erzeuger darzustellen und dann auch tatsächlich hinzuweisen.
00:18:22: das ist natürlich ein saisonales Produkt.
00:18:25: Jetzt hast du gerade vorhin Bettina das Thema Resilienz Sicherheit add on als Ja, Benefit für so ein Produkt genannt.
00:18:33: Wie sieht das denn aus?
00:18:34: Ist die Region plötzlich nicht mehr das Gefühl sondern auch vielleicht die Sicherheit dass das Produkt da ist?
00:18:40: Da steht ja dann noch so ein Stück über den Widerspruch zur Verfügbarkeit.
00:18:43: Das stimmt und tatsächlich ein großer Knackpunkt an Sachen Regionalität.
00:18:47: also wir haben wetterextreme Klimaproblematik.
00:18:50: Wir müssen tatsächlich schauen wie schaffen wir es regional verfügbare Waren aktuell Also vor allem außer Landwirtschaft natürlich Wie schaffen wir das diese Ströme auch abzusichern unsere Landwirtschaft sicher auch zu stellen.
00:19:03: Aus deiner Handelssicht, Vanessa ganz praktisch macht so ein regionales Lieferanten-Netzwerk eine Kette wie Kaufland in Krisenrobusta oder bringt es eher eigene Risiken mit sich?
00:19:13: Auf jeden Fall macht die Lieferkettenrobusta durchaus.
00:19:16: Es gibt immer wieder Krisen, ich möchte einmal kurz Corona-Pandemie ausrollen ist jetzt mittlerweile zwar schon länger her aber ich erinnere mich noch ganz genau die Nudeldifferanten hatten unglaublich große Schwierigkeiten Kaufland zu beliefern.
00:19:30: wir hatten leere Regale und gerade in solchen Fällen sind dann wirklich auch die regionalen Differanten eingesprungen und konnten einfach die Versorgung sicherstellen dass wir Nudeln im Regal stehen haben.
00:19:42: Und ich finde, das sind auch die schönen Stories, die man dann einfach in Erinnerung behält dass uns die regionalen Lieferanten da schon immer mal wieder durchaus Hilfe leisten wenn die großen Lieferanden ihre Schwierigkeiten haben.
00:19:57: Wie schwer ist es so ein regionales Lieferantennetzwerk aufzustellen?
00:20:00: So dass das dann auch verlässlich große Mengen bringt und trotzdem zum Beispiel klein und regional bleibt.
00:20:06: Ja, es ist im Prinzip ja auch irgendwo ein Widerspruch in sich.
00:20:09: Große Mengen und verlässlich und gleichzeitig klein und regional das geht einfach nicht zusammen.
00:20:14: also man muss durchaus von vornherein immer schon ganz bodenständig miteinander sprechen.
00:20:19: wenn man einen Lieferant einlisten möchte oder der Lieferand bei Kaufland ins Sortiment möchte dass man sich da einfach schon austauscht was ist denn überhaupt möglich?
00:20:27: welche Kapazität ist dann möglich?
00:20:29: Und so kann man ganz gut von Anfang an schon kalkulieren und auch lieber mal klein starten, mit weniger Filialen.
00:20:35: Und dann ja für Jahr je nachdem wie es läuft das Geschäft einfach weiter ausbauen.
00:20:41: Wichtig ist aber natürlich immer darauf zu achten dass wir jetzt in einer Filiale keine drei Nudellieferanten haben.
00:20:48: wenn wir jetzt beim Nudelbeispiel bleiben, die kanibalisieren sich wieder nur.
00:20:51: Sondern dass wir da einfach auch dann unsere regionalen Lieferanten entsprechend den Platz im Sortiment geben und die Plattform geben.
00:20:58: Und wenn sich da Lieferanden der gleichen Warengruppe ergänzen, warum nicht?
00:21:04: Dann ist es eine schöne Sortimentsvielfalt.
00:21:06: aber ich muss nicht drei Lieferannten eingelistet haben für das gleiche Produkt.
00:21:10: Das ist auch ehrlicherweise nicht so ganz fair an dem Lieferant gegenüber.
00:21:14: Du hast Corona erwähnt, wenn die nächste Krise kommt steht die Branche dann insgesamt aus eurer Sicht heute regional und robuster da als vor fünf Jahren?
00:21:23: oder haben wir nicht drüber gesprochen?
00:21:25: Und der Lerneffekt ist dann doch ausgeblieben.
00:21:28: Gut letztlich auch wieder aus Kaufland Perspektive.
00:21:31: das Sortiment wurde weiter ausgebaut.
00:21:33: also mittlerweile sind wir bei ca.
00:21:35: zweitausend regionalen Lieferanten für von zwanzigtausend Artikel deutschlandweit, die wir regional beziehen Und ich glaube, das ist auf jeden Fall eine Hausnummer.
00:21:45: Das Sortiment ist durchaus recht groß.
00:21:48: mittlerweile das Regionale und sicherlich die Bettina hat angesprochen es gibt Filialen da gibt's nichts drum herum keine Produktionsstädte einfach keine regionale Ware, die dann im Kaufland angeboten werden kann.
00:22:00: Sicherlich haben wir natürlich das Thema dass wir ja da dann eben auf das Sortiment bauen müssen was vorhanden ist.
00:22:05: aber wir konnten in einigen Filiales das Sortimen durchaus ausbauen und das wird uns mit Sicherheit auch den Krisen helfen können.
00:22:13: Und ich glaube auch da ist es wieder das Thema, die Mischung macht eine gute gesunde Mischungen aus Regionalität, Saisonalität und eben aber auch mit den Produkten von den großen Herstellern als Beispiel.
00:22:25: Wie würdest du das einschätzen Bettina?
00:22:27: Also Ich würde sagen dass wir sehen Auch bei den Einreichungen des Regionals Da habe ich schon durchaus Den Eindruck Dass Es sich professionalisiert also auch mehr KI- und IT Lösungen ermöglichen tatsächlich Das Mehr Lieferanten eingebordet werden sozusagen bei verschiedenen Handelskonzernen und dass man wirklich lokal das Stärker ausspielen kann, uns wirklich professionellisieren kann.
00:22:50: Das hilft!
00:22:51: Wir haben aber bei einigen Bereichen zunehmend Probleme würde ich sagen.
00:22:55: also der Thema Fleisch.
00:22:57: wir haben Schlachtrufsterben nach wie vor es werden ja immer weniger Schlachthöfe und die regionalen Strukturen sind daher eingebrochen in den letzten Jahrzehnten muss man sagen.
00:23:07: da gibt es natürlich durchaus lokal Erste Konzepte und immer mehr Konzepter, die das versuchen wieder aufzufangen.
00:23:14: Und den gegenläufigen Trend zu gehen.
00:23:17: aber da braucht es einfach ganz viel Aufbauarbeit.
00:23:20: Wieder
00:23:21: oder mehr vegane regionale Produkte
00:23:23: Oder das.
00:23:24: Aber gibt's auch Konzepten wo du sagst Die lösen dieses Größenproblem was Vanessa vorher beschrieben hat?
00:23:30: Die Lösen dieses größeren Problem irgendwie clever Gibt´s davor Bilder unter dem regional Star-Konzepten der letzten Jahre.
00:23:37: Also es geht bei uns ja auch nicht darum, dass wir schauen was eignet sich dann national oder noch größer gedacht unbedingt.
00:23:46: Das ist jetzt kein Kriterium nachdem wir schauen Wir honorieren genauso die ganz kleinen Vorortkonzepte wie eben die von größeren nationalen Unternehmen.
00:23:56: Aber das spricht ja sehr auch wieder für den Regionalstar, die Kleinen zu belohnen und mal zu berücksichtigen um sie aufs Podium zu heben.
00:24:04: Bleiben wir vielleicht bei diesen kleinen verdienten kleinen Erzeugern bei Kaufland überhaupt was oder zahlt er am Ende drauf dann bei euch gelistet zu sein?
00:24:11: Also ich schieke euch ein Ei an regionales und da muss ich noch zehn Cent draufzahlen und noch eine Verkostung machen und und und... Oder wie schaut es in der Praxis
00:24:19: aus?!
00:24:20: Kannst du da aus deinem Nähekästchen flauern?
00:24:23: Ja klar, ich habe es ja auch vorhin schon angesprochen.
00:24:25: Es geht uns hier um eine Partnerschaft und das ist auch nicht einfach eine Floskel die wir so sagen sondern es geht wirklich darum dass wir da einen Mittelweg finden.
00:24:34: Es muss einfach für beide Parteien und das darf ich auch so deutlich sagen Es muss wirtschaftlich sein.
00:24:39: Denn beide Parteien, also sowohl der Hersteller als auch Kaufland, muss irgendwo schauen dass es uns eine Weile gibt und uns bringt's genauso wenig wenn der Lieferant sich unter Wert verkauft wie die Produkte-Listen weil dann haben wir auf lange Sicht keinen regionalen Partner.
00:24:56: Der wird nicht lange durchhalten Und darum gehts uns gar kein Fall.
00:25:00: Wir wollen oder streben langfristige Partnerschaften an was glaube ich viele auch immer unterschätzen.
00:25:07: So eine Einlistung im Handel ist nicht nur für den Lieferant ein großer Aufwand, sondern auch für den Handel.
00:25:13: also wir müssen da wirklich für Lieferanten die unter Umständen einen bis zwei Filialen beliefern und die haben wir zu genüge im Sortiment.
00:25:23: Wir haben solche kleinen Lieferanden, die nur wenige Filialend beliefern.
00:25:26: Für diese machen wir einen ähnlich großen Listungsprozess durch wie mit den großen Lieferannten Klar, mit mehr Hilfestellung.
00:25:34: Die werden mehr an die Hand genommen und Dinge werden erklärt.
00:25:37: warum brauchen wir jetzt hier dieses Formular ausgefüllt und so weiter und sofort?
00:25:41: Hier gehen wir einfach auch als zentral organisiertes Unternehmen sehr stringent vor weil uns da einfach wichtig ist dass wir die Daten korrekt haben das wir ja mit allen Prozessen einfach konform sind und dann nehmen wir die Lieferanten auch durchaus mit an die hand.
00:25:58: genauso dafür gibt es die eben in solchen Fällen auch noch mal unterstützen kann, wenn es vielleicht der zentrale Einkäufer gerade zeitlich nicht hinbekommt.
00:26:07: Weil uns das wirklich wichtig ist.
00:26:08: also auch da geht enorm viel Zeit Aufwand und Mühe drauf mit den Lieferanten eben genau diesen Onboarding Prozess durchzumachen.
00:26:16: Kann ich dass das Kunde oder Kundin auch rausfinden?
00:26:19: Also jetzt sage ich meine ich fahrt zu Besuch nach München Und denk mal jetzt suche ich so einen Münchner Senf der von einer Manufaktur vielleicht gemacht wurde, gibt es ja irgendeine Chance, dass ich nicht einen ganzen Senfabteilungen vom Kaufland durchsuchen muss.
00:26:33: Sondern gibt es irgendwo ein Verzeichnis oder wo?
00:26:37: Weil du sagst in einer Filiale also wie finde ich das denn raus?
00:26:40: In welcher Filiale jetzt keine Ahnung des Eifers Müllerbauer ist.
00:26:45: Genau hier kommt dann auch wieder das Thema Vermarktung mit ins Spiel, weil es bringt nichts.
00:26:48: Du sprichst an die ganzen Produkte im Sortiment zu haben, die gehen danach in Regal unter neben all den nationalen Produkten, die noch so im Angebot sind.
00:26:57: von daher muss man da unbedingt darauf aufmerksam machen wie bei Kaufland.
00:27:01: wir lösen das Ganze so.
00:27:02: Wir haben unser Regioherz.
00:27:04: Das RegioHerz steht von hier für hier drauf und wir geben ganz klar und transparent dem Kunden mit wo denn das Produkt hergestellt wird?
00:27:12: Das heißt der Kunde Er muss schon seine Augen aufmachen und mit offenen Augen durchs Regal laufen, aber wenn er ein rotes Herz von hier für hier entdeckt und darunter auch noch einen Herstellungsort sieht dann ist dieses Produkt aus nächster Nähe nämlich aus den dreißig Kilometern Umkreis.
00:27:31: Und weiß dadurch okay.
00:27:32: hiermit tue ich der Region etwas Gutes indem ich ja dieses Produkt kaufe.
00:27:37: Also ihr Lieben zu Hause Auf zu Kaufland und nach rumfliegenden, freien Herzen suchen in alle Richtungen.
00:27:44: Genau!
00:27:45: Das geht auf jeden
00:27:45: Fall sehr motivierend.
00:27:47: Ja trotzdem die Menschen sparen.
00:27:49: Sparen widerspürbar.
00:27:51: Regionalität ist teuer.
00:27:53: Ist denn das ein Luxusthema dass sich vielleicht viele auch bald wieder abgewöhnen werden?
00:27:58: Gerade bei Kaufland gehe ich ja oft hin um wenn ich mal den Euro umdrehen muss und ein bisschen was günstigere Suche kriege ich aber euch auch ganz gut angebot.
00:28:06: Erstaunlicherweise ist die Regionalität davon oftmals nicht ganz so stark betroffen, also von der Preisensibilität.
00:28:13: Also was wir schon merken klar natürlich es gibt Warngruppen.
00:28:17: da merken wir auch dass der Kunde lieber zur Eigenmarke greift einfach weil sie vielleicht ein bisschen erschwinglicher ist.
00:28:23: nichtsdestotrotz merken mir ganz häufig das der Regio Umsatz stabil bleibt und das finde ich immer wieder erstaunlich zeigt für mich auch irgendwo, es ist einfach ein emotionales Thema und gerade dann möchte man in seiner Region ja für Unterstützung sorgen und die Regionen supporten.
00:28:40: Und dein Blick in die Glaskugel so in zehn Jahren muss ich dann weiter nach fliegenden Herzen suchen.
00:28:45: oder gibt's denn vielleicht eine Sonderfläche oder ein eigenes Regionalitätsregal?
00:28:49: Das wäre natürlich schön.
00:28:51: Wir haben da auch diverse Filialen schon ausgestattet mit so einem Regionalitätsregal, ich glaube hier kommt es auch immer wieder drauf an.
00:28:57: was ist dann in der Filiale zur Verfügung?
00:28:59: Kriegen wir überhaupt so einen Regal voll?
00:29:01: Möchte der Kunde das Produkt überhaupt kaufen oder die Regionalität überhaupt kaufen?
00:29:05: Ich glaube da gibt's ganz viele Faktoren die man beachten muss.
00:29:08: aber ja wünschenswert für uns wäre natürlich wenn die Regionalitet weiterhin sehr gerne gekauft wird und beliebter wird noch bei den Verbrauchern.
00:29:17: Weil ein Lieferant hat auch tatsächlich mal gesagt, es reicht ja nicht wenn man regionale Produkte mit Leidenschaft herstellt.
00:29:24: Kauf nimmt sie mit viel Leidenschaft wiederum bewirbt aber am Ende der Kunde das Produkt nicht kauft und daher muss natürlich auch irgendwo der Verbraucher da sein Zutun leisten.
00:29:34: Aber aufs Kaufland Perspektive freuen wir uns natürlich, wenn das Audiment weiterhin wächst Und wenn wir immer mehr rote Herzen im POS haben.
00:29:43: Es gibt aber tatsächlich ja im Handel schon ganz unterschiedliche wunderbare Konzepte, also Shop-in-Shop-Systeme.
00:29:49: Dass man wirklich einen kleinen Hofladen in Supermärkte integriert.
00:29:53: es gibt viele regional Regale tatsächlich auch mit Kühltruhen das ganze gebündelt dass man sehr gezielt schauen kann okay ich möchte Regionalität einkaufen und finde das dann auch in der bestimmten Abteilung.
00:30:06: die Frage ist halt bei solchen Geschichten immer schaffe ich es als Händler doppelt zu platzieren.
00:30:11: Also einmal diejenigen abzuholen, die wirklich ganz bewusst an dieses Regal steuern aber auch die abzugreifen, die in der Fülle vielleicht gerade mal drüber steubern und sehen okay zwischen all den nationalen Marken ist da auch irgendwas spannendes regionales möchte ich dann vielleicht im normalen Regal zusätzlich zur Regionalität greifen.
00:30:30: Und aus Österreich finde ich das spannendste Konzept von dem Händler Soutality sehr, sehr spannend seit vielen vielen Jahren ein.
00:30:39: Also wird die Regionalität absolut im Fokus.
00:30:41: Und da ist es möglich, und da warte ich drauf in Deutschland – das ist endlich mal passiert!
00:30:46: Da ist es wirklich möglich dass jeder auf seinem Bogen nachher an der Kasse sieht.
00:30:50: Ich habe heute einen Anteil an X regionalen Waren gekauft Also wirklich aufgelistet und es ist im System hinterlegt.
00:30:58: Was gilt als regional?
00:31:00: Und ich kann nachher mich Benchmarken quasi, also habe ich letztes letzte Woche oder beim letzten Monats Einkaufen auch immer hab ich da mehr Regionalität kauft oder weniger.
00:31:10: was hat denn vielleicht der jene Geformier an der Kasse an regionalen Produkten und einem Anteil in Wagen gehabt?
00:31:17: das finde ich eine sehr schöne Lösung.
00:31:21: Die Vorarlberger haben wieder mal die Nase voran und wer es noch nicht gehört hat, ich kann echt empfehlen.
00:31:26: Die Folge über die Kulinarik im Ländle in Vorarlberg eine sehr spannende Folge und ja so schließt sich ein kleiner Kreis würde ich sagen.
00:31:35: Wisst denn deine Prognose Bettina wächst die Regionalität weiter oder ist der Höhepunkt schon erreicht?
00:31:41: Ich gehe davon aus als wächst weiter.
00:31:43: also erstens ist wirklich aus Sicht des Handelsbundes der Erzeuger wichtig uns wir sehen dass da wirklich viel passiert und die Politik hat es auch verstanden.
00:31:52: Das ist zumindest mein Eindruck, auch nach unserer letzten Veranstaltung.
00:31:57: Vanessa die Frage an dich wo willst du denn Kaufland und das Thema Regionalität bei Kaufland in ein paar Jahren sehen?
00:32:03: Ich würde mir wünschen dass die Kunden auch Kaufland mit Regionalität stärker in Verbindung setzen.
00:32:07: Denn wie gesagt das Sortiment ist schon da, ist noch ausbausfähig.
00:32:11: ich glaube das sind nach oben keine Grenzen gesetzt.
00:32:13: er darf ruhig noch mehr kommen.
00:32:14: aber ich würde mir wirklich wünscht dass man da einfach noch mehr Produkte, dass noch mehr Lieferanten auch auf Kaufland aufmerksam werden und sagen hey es ist eigentlich eine schöne Plattform hier meine Produkte anzubieten.
00:32:24: Warum nicht?
00:32:26: Denn ich glaube auch für die Lieferante ist das ganz sehr wichtig, dass sie auf verschiedene Kanäle setzen und das würde ich mir für Kaufland wünschen für die Regionalität.
00:32:33: Das wird da einfach noch mehr Wahrnehmung auch irgendwo erhalten.
00:32:36: Es gibt einen Punkt noch der mir etwas Sorge bereitet und das ist diese M-Kuffer Ordnung oder Richtlinie was gesagt Empowerment for Consumers die dafür sorgen soll, dass Greenwashing natürlich unterbunden wird.
00:32:49: Und in der Kommunikation muss jetzt mehr geschaut werden.
00:32:52: wie kommuniziere ich?
00:32:53: Nachhaltigkeitsthemen und Regionalität kann teilweise darunter fallen wenn in der Anmutung es scheint das es mit Nachhaltigkeit verknüpft wird.
00:33:03: also sicherlich gut gemeint aber das kann ein wirkliches Hemmnis werden für Regionalität.
00:33:10: Ein Beispiel mehr, wo die Regulierung vielleicht auch ihre Nachteile haben könnte.
00:33:15: Trotzdem betiene ich einen Satz an die Branche was sollte denn beim Thema Regionalität ab morgen anders gemacht werden?
00:33:21: Mit Mut weiterhin vorangehen.
00:33:23: das ist etwas was ich mir wünsche von der gesamten Branche.
00:33:26: dass man wirklich partnerschaftlich weiter an den Konzepten arbeitet wie es wirklich schon funktioniert gerade in den sensiblen Bereichen auch in der Fleischindustrie oder in der Erzeugung dass man da schaut uns gemeinsam die Strukturen wieder aufbaut.
00:33:41: Hast du auch noch unwohnt Vanessa, dass viele Leute zu Kaufland gehen?
00:33:45: Ganz viele und ganz viele Lieferanten unsere Partner werden!
00:33:51: Liebe Bettina liebe Vanessa, ganz vielen Dank für das Gespräch.
00:33:54: also zwei Perspektiven.
00:33:56: ganz klar In der Regionalität, das ist kein Nischenthema mehr.
00:34:00: Da geht es um Vertrauen, Sicherheit, faire Wege.
00:34:02: also ich bin ganz begeistert und vor allem auch gespannt wo sich das Thema in den nächsten Jahren hin entwickeln wird.
00:34:08: Vielen Dank!
00:34:09: Danke dir Stefan!
00:34:13: Das war's für heute von Food Fakt.
00:34:14: eine Frage lasse ich euch mit auf dem Weg wie weit darf denn regional für euch eigentlich sein?
00:34:20: Preißig Kilometer euer Bundesland oder reicht schon irgendwo in Deutschland oder Österreich?
00:34:26: Fragt euch das mal beim nächsten Einkauf und schaut dann auf die Packung, was da wirklich drauf steht.
00:34:30: Baba und Servus bis zum nächsten Mal!
Neuer Kommentar