#68 Bio Backstage: Warum gute Produkte verschwinden mit Erich Margrander

Shownotes

Warum verschwinden gute Bio-Produkte aus dem Regal, obwohl sie längst existieren? In dieser Episode spricht Stefan Fak mit Journalist und biopress-Herausgeber Erich Margrander über die unsichtbaren Mechaniken hinter unserem Lebensmitteleinkauf – und warum Vielfalt im Handel oft nur ein Versprechen bleibt.

Es geht um die Macht der Einkäufer, um Strukturen, die Innovation ausbremsen, und um die Frage, warum selbst engagierte Kaufleute zu Logistikern werden. Gleichzeitig zeigt das Gespräch, welche Rolle Discounter wie Aldi spielen, warum Bio längst im Mainstream angekommen ist – und trotzdem oft seine Qualität verliert.

Eine ehrliche, teilweise unbequeme Analyse darüber, wie unser Ernährungssystem wirklich funktioniert und was passieren muss, damit gute Lebensmittel nicht die Ausnahme bleiben.


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Transkript anzeigen

00:00:00: Das kennen die nicht, deshalb können sie es nicht verkaufen.

00:00:02: Jetzt frage ich dich, woher kommt das?

00:00:04: Die Ware ist da!

00:00:06: Sie hat sogar ein Fuß in der Tür aber auf Dauer keine Chance.

00:00:11: was machen wir jetzt?

00:00:13: Ja, was machen wir jetzt?

00:00:15: Die Antwort werden wir in den nächsten Minuten gemeinsam herausfinden.

00:00:18: Und damit sage ich herzlich willkommen bei Food.

00:00:21: Fakt!

00:00:21: Wer versorgt uns denn wirklich mit guten Lebensmitteln und wer tut nur

00:00:25: so?!

00:00:26: Heute spreche ich mit Erich Markrander, Herausgeber des Magazins Biopress ein Insider der Bio-Branche, der seit Jahrzehnten beobachtet, analysiert und sicher kein Blatt vor dem Mund nimmt.

00:00:37: Mit ihm schaue ich auf das System des Lebensmittelhandels – dass heutzutage fast schon wie ein Aktienmarkt funktioniert und das hat weitreichende Konsequenzen.

00:00:46: Was fehlt, was möglich wäre und wer am Ende die Rechnung zahlt darüber sprechen wir jetzt bleibt dran.

00:00:53: diese Folge wird unbequem ehrlich und wichtig!

00:01:01: Lieber Erich herzlich willkommen bei Foodfuck.

00:01:03: schön dass du heute dabei bist.

00:01:05: Freut mich freut mich dass du mich eingeladen hast und dass ich hier mal dabei sein kann.

00:01:10: Ja erich sag mal du bist ja schon sehr lange am Markt unterwegs und präsent.

00:01:14: Wenn du einen Supermarkt und einen Bio-Laden nebeneinanderstellst, was siehst du, was die meisten Kundinnen oder Kunden gar nicht wahrnehmen?

00:01:21: Man kann es ja nicht vergleichen.

00:01:22: Ich kenne beide Erdlichkeiten.

00:01:24: Ich gehe seit fünfzig Jahren in den Naturkostladen.

00:01:28: Später war's bio kleiner Supermarkt Heute sind es etwas größer.

00:01:32: Was nämlich war im Naturkostfachgeschäft, ist die Möglichkeit für mich die einzige Möglichkeit ein Vollsatement vorzufinden.

00:01:39: und da ich nur Bio kaufe bzw.

00:01:42: esse muss sich auch nur bio kaufen können.

00:01:45: Und wenn ich im Fachhandel zu spät komme also meinetwegen Freitagabend zwar nicht den ganzen Tag arbeite unter der Woche auch dann Darf ich nicht zu spät kommen, weil sonst ist kein Salat mehr da und die ganze Fahrerei von fast dreißig Kilometer hin und zurück nochmal war umsonst.

00:02:01: Also ich fahre hauptsächlich wegen dem Salat in die Stadt den weiten Weg, weil ich den Salat sonst nicht bekomme Und ich bin einfach scharf drauf meine ganze kalte und warme Küche mit Bio zu versorgen.

00:02:13: Was stelle ich fest?

00:02:14: Weiter im Naturkostfachgeschäft hat sich ein bisschen was geändert in letzten zwanzig Jahren.

00:02:21: Wenn man früher noch irgendwelche bin gegen dies oder das, oder jenes unterschreiben musste dann ist das heute nicht mehr der Fall.

00:02:27: Dann war eine Phase da waren die Leute im Bio-Supermarkt relativ freundlich weil es noch Inhaber geführt war.

00:02:34: in der Zwischenzeit sind ja auch Dänse getrieben und Alnatura getrieben sonst gibt's nicht mehr viel um uns herum.

00:02:41: und die Freundlichkeit, naja also die lässt zu wünschen übrig.

00:02:46: ich dachte immer dass sei nur im Fachhandel so.

00:02:48: aber jetzt komme ich in den normalen Supermarkt, Rewe, Edeka und so was.

00:02:54: Und still fest, da sind die Leute auch grießgremig, keiner ist wirklich lustig drauf, keinem scheint es mehr Spaß zu machen.

00:03:01: Gut aber das ist ja etwas, was den anderen Kundinnen und Kunden wahrscheinlich auch auffallen wird.

00:03:06: Gibt's im Supermarkt darüber hinaus noch was?

00:03:08: Wo du sagst, dass ist was, was andere vielleicht nicht sehen?

00:03:11: Also ich sehe natürlich die schluterhaften Sortimente im Supermarkt.

00:03:16: wenn ich dahin gehe dann hauptsächlich oder eigentlich nur um nachzuschauen.

00:03:22: Gibt es irgendwelche Bioangebote?

00:03:24: Ändert sich da was?

00:03:26: In der Zwischenzeit stellen wir auch in unserem Umfeld hier fest, dass der eine oder andere Supermarkt doch schon Biosortimente hat.

00:03:34: Wir waren jetzt vor kurzem bei einem, der hat sogar ein gutes Markenangebot.

00:03:38: Biomarken!

00:03:39: Auch Filial leider, der sich verdammt gut auskennt beim Biomarken weil er vorher bei Denz gearbeitet hat.

00:03:45: Also er kennt alle Biomarken und sagt auch, dass es natürlich immer noch lückenhaft ist.

00:03:50: Und er kann nicht alles führen aber er hat schon so um die drei tausend Bioprodukte wobei überwiegend die Marken bei ihm zu sehen und zu finden sind.

00:03:59: was mir Bös aufstößt ist, dass in den Supermärkten also im Einzelhandel, Lebensmittel-Einzelhandeln so zwei drei Biomarkenprodukte stehen.

00:04:10: Jetzt außerhalb von dem jungen Mann der Fundents kommt.

00:04:13: bei anderen stehen dann zwei drei Baugprodukte zum Beispiel für mich erkennbar die langweiligsten Baug Produkte.

00:04:19: da ist kein Käsekuchen dabei da ist auch keinen Apfelkuchen dabei zum selber machen das sind langweillige Muffins und sowas.

00:04:28: ja das ist da Zwei Stück und drum herumgepackt, ein zwei drei vier fünf sieben acht zwölf, zwanzig Bioprodukte der Eigenmarke.

00:04:36: Und ganz oben drüber steht da noch Bio-Land.

00:04:38: Ja gut aber die Eigenmarcke macht ja Baug auch also ist jetzt eigentlich nicht so schlimm oder?

00:04:44: Da kommen wir dann auch noch dazu.

00:04:47: es ist einfach die Frage wenn Baug eine Eigenmarque macht was verdient er dabei noch und was wird transportiert?

00:04:53: ich habe es jetzt bei dir vor kurzem gelesen bio zum Standard geworden.

00:04:58: vielleicht mal Ein Ausblick in fünf Jahren, drei Jahre.

00:05:02: Wenn das toll läuft wenn es immer mehr wird Baug an seine Produktionskapazitätsgrenzen kommt was ist denn dann?

00:05:09: Dann wird er ausgetauscht und jemanden der die entsprechende Maschinenparks hat Das entsprechende Kapital im Hintergrund hat Der wird dann für diese Eigenmarke einspringen und Biomachen So!

00:05:22: Dann saugt da den Markt den Rohstoffmarkt ab und baug steht Da wie vorgestern.

00:05:28: Gut, die hat mit Radiounternehmen sehr gut ausgebaut und ihre Produktion.

00:05:31: Also ich gehe mal davon aus, Rewe Bio von Baug produziert wird es noch ein paar jährchen geben.

00:05:37: Das kommt ganz auf die Geschwindigkeit des Marktes an wenn der Markt schneller ist als die Rewe.

00:05:42: Und das kann durchaus sein weil das war die letzten zwanzig Jahre immer.

00:05:46: Ich will mal sagen sie sind nicht schlechter Aber ich möchte am Ende nicht von den Einkäufern der Handelsunternehmen so abhängig werden, wie heute ihre Kaufleute von Ihnen abhängigt geworden sind.

00:05:59: Kein Spaß!

00:06:00: Keine Vielfalt, viel vom gleichen aber nichts was mich interessiert.

00:06:05: Ich gehe zum Rewe ich kriege einen Baug.

00:06:06: okay will ich ein Salat kaufen?

00:06:08: Dann bekomme ich ganze zwei Mal im Jahr dann davor nichts danach nichts und ich geh natürlich sehr oft hin um zu schauen weil ich mich orientieren muss beruflich.

00:06:17: Aber wenn ich einkaufen würde nur einkauen würde da nicht mehr hingehen weil wenn ich zwei drei vier fünf mal meine Produkte nicht vor finde die eigentlich brauche in meiner warmen oder kalten Küche je nachdem, dann habe ich keine Lust mehr.

00:06:31: Also

00:06:32: Vielfalt ist definitiv ein Thema!

00:06:33: Wenn ich jetzt so denke meine eigene Erfahrung es gab immer vier fünf verschiedene Agafensirupsorten im Regal aber keinen einzigen Agafenzucker.

00:06:41: und da fragst du dich ja warum?

00:06:42: Warum tauscht man nicht zumindest einen aus und hat dann eigentlich völlig anderes Produkt da?

00:06:47: Denkt da keiner dran oder ist das dann wirtschaftlich zu wenig attraktiv?

00:06:51: Ich würde jetzt am liebsten sagen, da musst du die Rebe fragen.

00:06:54: Aber meiner Erfahrung nach sind es die Strukturen.

00:06:57: Rheiner Zufall!

00:06:58: Vielleicht muss man nach dem Agavenzucker suchen?

00:07:01: Der Agaven-Sirup steht überall vorne im Schaufenster.

00:07:05: Den findest Du leicht, den kann Dir jeder anbieten.

00:07:08: Da hast Du dann auch die Masse von Angeboten mit denen Du dann jonglieren und Preise aushandeln kannst.

00:07:16: Auch so eine Erfahrung... das Produkte, die leichthandhabbar sind und woanders schon erprobt sind.

00:07:22: Die finde ich dann auch irgendwann bei Rewe, bei Edeka, bei Aldi nicht so vielfältig aber vielleicht vorher noch bei Alde, bevor sie überhaupt bekannt werden dass es sie gibt.

00:07:34: Das ist nämlich super schnell!

00:07:35: Ist Vielfalt vielleicht nicht einfach zu wenig profitabel?

00:07:38: Also wenn jetzt Leute den Schmack finden kaufen und eben nicht den Apfelkuchen, weil sie sich den vielleicht anders machen oder gar nicht.

00:07:44: Oder fertig kaufen dann ist es halt wirtschaftlich nicht interessant.

00:07:47: Würde

00:07:48: ich nicht sagen, weil... Ich kann ja beobachten was bei Denz steht.

00:07:52: Und was bei Denz steht das läuft auch.

00:07:54: Die Leute kaufen Käsekuchen Fertigkäsekuchen zum schnellmachen Die kaufen Fertighapelkuchen die Teige selber machen Das ist ja der Zeitaufwand aus dem fertigen Teig dann schnell ein Endprodukt herzustellen, dass man in den Ofen schieben kann.

00:08:10: Das kriegt sogar meine Marita hin und sie ist nicht die Köchin- und Bäckerin schon gar nicht.

00:08:15: Aber weil es so schön konvinient ist und so schön flott geht haben wir hier das Vergnügen oft, das Verknügen, dass es so einen guten Kuchen gibt.

00:08:24: Die arme Marita wird sich bedanken bei dir.

00:08:28: Du glaubst oder glaubst nicht?

00:08:30: Ich putze Koch und wasche auch!

00:08:33: Sehr brav,

00:08:34: sehr vorbildet.

00:08:37: Kann ich schon sagen... Sie ist es!

00:08:40: Was ist denn der Hauptunterschied?

00:08:43: Ich gebe dir ein gutes Beispiel.

00:08:45: Wir waren vor einem halben Jahr in Süddeutschland bei einer Neueröffnung oder in einem neu eröffneten Edeka-Markt.

00:08:54: Fünfzig, sechzigtausend Artikel, großer Markt, fünftausende Quadrantmeter.

00:09:00: Super toll gemacht, alles ein wunderschönes Obst und Gemüse angeboten.

00:09:04: Auch ein Bio-Angebot wie ich es selten gesehen habe im Einzelhandel.

00:09:08: Und dann gucken wir uns um und finden kein Brot.

00:09:11: Kein Biobrot?

00:09:12: Ja ja, ich rede immer noch über Bio.

00:09:15: Alles andere würde ich kennzeichnen.

00:09:17: Was nicht bio ist, kennzeichne ich.

00:09:19: Ich mach's so rum!

00:09:21: Also kein Brott... Und dann schauen wir uns weiter um und sagen, jetzt gucken wir mal nach Getränke.

00:09:28: Ich finde ein oder zwei Säfte.

00:09:30: Ja das war da aber ich finde kein Bier.

00:09:33: Dann frage ich den Inhaber sage ich, es gibt ja zwei wichtige Grundnahrungsmittel in Deutschland.

00:09:40: Das ist Brot und Bier und das habt ihr nicht da.

00:09:44: Unverständlich weiß er nicht warum.

00:09:46: Er hat einen Brot gefunden im Regal so ein verpacktes Quetschy, was man in Amerika vielleicht für eine zwanzigstunde Produktion vorne teigrauen.

00:09:56: Hinten verpackt das Produkt raus.

00:09:58: Haltbarkeit ein halbes Jahr macht ihm gar nichts.

00:10:01: So etwas Ähnliches stand dann da und ich frag der wer produziert es?

00:10:06: Weiß er jetzt nicht!

00:10:08: Der uns begleitet hat war der Einkäufer der Edeka Südwest in Offenburg.

00:10:14: Er war dabei, er müsste eigentlich wissen von wem das kommt.

00:10:17: Er ist ja der Chef-Einkäufe.

00:10:18: gut, da muss er natürlich auch nicht mehr alles wissen.

00:10:20: aber er hat es dann in die Hand genommen und so kann er nichts sagen.

00:10:23: Das verstehe

00:10:23: ich jetzt nicht ehrlich.

00:10:24: Die Edeka lieben doch Lebensmittel?

00:10:26: Ja sie lieben ihre Lebensmittel wenn Sie viel vom gleichen für gutes Geld schnell umsetzen können.

00:10:35: Das lieben sie auch.

00:10:36: Dann haben wir vielleicht bei dem Beispiel, was haben die denn dann gesagt?

00:10:38: Warum es kein Bio-Brot gibt?

00:10:40: Also wie haben Sie das erklärt?

00:10:42: Wir hatten das dann auch geschrieben in unseren Texten und dann gab's eine Intervention.

00:10:46: Wir haben Bio-Brot!

00:10:48: Ist jetzt eine verpackte

00:10:49: Quetsche?!

00:10:50: Nein nein nein, Sie hatten dann auch behauptet, Sie haben zwei frische Brote in der Brotabteilung und das hätten wir bloß übersehen... Ne, es war kein Star.

00:11:00: Wir streiten uns da nicht weil.

00:11:01: dann haben wir zumindest mal angeregt dass kein Brot da ist.

00:11:04: und jetzt gibt's zwei Brote aber zwei Brotte unter fünfzig und dann möglicherweise auch nicht von morgens bis abends sondern immer nur bis ausverkauft wenn er fünftausend Artikel gelistet hat und sich dann prüstet wer am fünftausend artikel bio Sei ich okay, gut.

00:11:19: Sechshundert davon allein Tee.

00:11:22: Dann hundzwanzig Kaffees sieht dann auch geil aus.

00:11:25: Supergeil weil es so zehn Meter Teeregal und acht Meter Kaffeeregal.

00:11:29: Wir haben noch selten so ein tolles Bio-Kaffee und Teeangebot gesehen wie bei diesem Edekana.

00:11:34: aber rechts und links Keine Schokolade, keine Süßwaren für Kinder.

00:11:38: Auch mit all dem was man so an Reis, an Mehl, an all diesen Sachen Feinkosts für die Küche also die Grundelemente.

00:11:46: Da fehlt's einfach!

00:11:47: Da fehlt es an Vielfalt.

00:11:49: und wenn du fragst wir lieben Lebensmittel dann haben auch mal der Zeit lang gesagt wir liebend vielfalt.

00:11:55: Vielfald war die letzten zehn Jahre auch so ein Schlagwort.

00:11:58: im Jahr zwei Tausendvier und deshalb wollte ich mal rückwärts ausholen, hatten wir das Handelsforum in Köln.

00:12:03: Und da waren zwanzig, fünfzwanzig EDK-Mitglieder von Minden nochmal so fünf bis zehn aus Hamburg da und die Minderner hatten mir vorgeführt ihr frisch eingeführtes Bio-System.

00:12:18: Das ist sozusagen

00:12:19: eine Region der EDK, die für Berlin, Brandenburg und neue Bundesländer ausliefert oder?

00:12:25: Auch auch aber Minden nördliches Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hauptsächlich.

00:12:32: Minden war damals der Top Bio Favorit, was Umsatz und Angebot betraf bei der Edeka Und sie haben mir dieses System vorgestellt und ich habe mir das angeguckt.

00:12:45: und jetzt war die Frage ob ich ihm sagen würde, was ich davon halte?

00:12:49: Und mein Eindruck war okay.

00:12:51: Die Biokunden lieben Vielfalt und was ihr in bio anbietet ist Einfall hat natürlich reingeklupft.

00:12:58: Hat er aber zur Folge, dass im Laufe der nächsten zwei drei vier Jahre der Begriff Vielfalt im Einzelhandel plötzlich vielfältig benutzt wurde und Vielfald war plötzlich ein Schlagwort geworden?

00:13:10: Das war nicht beabsichtigt!

00:13:12: Also auch wenn ich dann bei einem Rewe-Markt reinkomme und feste Ertolde hat Salat, dann hat er sie mal zwei Wochen, dann sind sie weg.

00:13:20: Dann rennen wir da die Türen ein und frage immer wieder danach bis uns rausschmeißen weil sie leutet die nach Produkten fragen diese nicht haben, die werden nicht geliebt.

00:13:28: Ich hatte versucht einmal unter zwanzig verschiedenen gekühlten Pizzateigen einen Biopizza Teig zu finden ist keiner.

00:13:36: da Stelle ich die Frage, warum habt ihr den nicht?

00:13:39: Weil es gibt ein Rewe-Pizza-Teig.

00:13:41: Das weiß ich.

00:13:42: Eigenmarke haben sie nicht da.

00:13:44: Dann kriegst du irgendwann so herausgekitzelt, warum das nicht da ist.

00:13:49: und dann heißt es ja... ...das ist ein Lieferant der dieses Teilsortiment liefert und er hat halt mal keinen Interesse an Bio.

00:13:56: Dann findest du weder eine Rewebio-Pizzaboden Noch irgendein andern.

00:14:01: Das heißt, die Strukturen bestimmen... ...die gewachsenen Strukture im Einzelhandel bestimmen das Angebot und da kommen wir schwer drüber weg.

00:14:09: Und da einzugreifen, das gelingt dem ein oder anderen Kaufmann aber das gelingt nicht vom System her.

00:14:15: Aber wer trägt denn in diesem System die größte Verantwortung für?

00:14:18: Da ist es die Zentrale, der Filialeiter, der IT-Manager, der Einkäufer, der Lieferant.

00:14:25: Wenn du mit den Chefs sprichst mit den Leuten in der obersten Etage.

00:14:30: Dann lieben die Bio, sie lieben Regionale und Lebensmittel sowieso.

00:14:35: Und wenn du mit ihnen redest dann hast du das Gefühl, die setzen alles dran um ein Bio-Vollsortiment zu realisieren.

00:14:42: So jetzt hatte ich gerade vor kurzem Gespräch mit jemanden, der ist operativ unterwegs in diesem Bereich und er sagt und wenn nicht dann eine Stufe tiefer kommen zum Einkaufsschiff?

00:14:54: Der sagt mir dann auch noch gute Idee!

00:14:56: Das machen wir.

00:14:57: Und wenn er dann versucht, die Produkte mit den Einkäufern in die Regale zu bekommen und der Einkäufer will nicht, dann klappt es nicht.

00:15:06: Der Einkäucher sagt das ist so teuer oder das ist zu nischig?

00:15:11: Beim Fleisch gab's da nur das eine gute Argument.

00:15:14: Er spricht mit der Fleischerinnung und die sagen dem ja.

00:15:18: warum unsere Fleischer kein Bio machen, dass Biofleisch sei zu teuer.

00:15:23: aber du hast halt noch nie Biofleis bei den Metzgern gesehen.

00:15:27: Das können die gar nicht wissen, ob es zu teuer ist.

00:15:30: Was heißt denn zu teurer?

00:15:31: Nämlich ein Beispiel von dem Rewe Arnav hat ein schönes Biosortiment aber auf vierzig Quadratmeter alle Biomarken da wird er auch versorgt von einem Bio-Großhändler.

00:15:40: das habe ich ja kein Salat gesehen.

00:15:42: doch wir haben Biosalat.

00:15:44: natürlich haben wir Biosala sein.

00:15:45: ne es ist kein Biersalat.

00:15:46: da sind wir runter, reingerannt in den Laden und tatsächlich kein Biosalat.

00:15:50: Da hat er die Verantwortliche gerufen.

00:15:52: nach Versammlung können wir keinen Bio Salat bestellen.

00:15:55: dann holt sie die Kladde und sagt doch doch bloß ich habe nicht bestellt weil da müsste ich ihn für zwei neune siebzig verkaufen und das ist zu teuer.

00:16:01: jetzt hat also die Sachbearbeiterin aus Angst Sie kriegt ein Bonus wenn sie wenig Abschriften hat.

00:16:08: Und wenn sie wegen dem Bio Salad denn sie vielleicht zu teurer einkauft möglicherweise nichts gänzlich verkauft bekommt, hat sie abschriften und das geht ihr auf den Bonus.

00:16:19: Also solche Kleinigkeiten sind daran schuld dass das nicht funktioniert.

00:16:25: Ich gehe zurück in der Naturkostfachhandel.

00:16:27: ich war bei Denz auf der Biofach Und dann erzähle ich denen die Geschichte vom Rohmilchkäse.

00:16:35: Wir haben Rohmilchkäse, natürlich haben wir hin und her gewunken.

00:16:39: Und dann auch gleich belegt sie haben zwanzig Rohmilichkäsen im Sortiment.

00:16:45: Das ist ein guter Sortiment.

00:16:46: schon aber nicht vor Ort das kann ja sein.

00:16:50: Wir waren dann drei Wochen später in Heidelberg beim Einkaufen und siehe da plötzlich waren vier fünf sechs Rohmilchskäsen da die vorhern nicht da waren.

00:16:59: wenn wir vorher nach dem Rohmilchwitz gefragt hatten dann wussten die gar nicht wovon wir reden.

00:17:04: Jetzt sind ein paar Wochen vergangen seit der Biofach, aktuell sind wieder nur die zwei Rohmilchkäse da, die wir vorher auch gefunden hatten und die anderen fünf sind wieder weg.

00:17:13: Woher kommt das?

00:17:15: Sie können die Geschichte vom den Unterschied Rohmilchsäge zu homogenisierter Milch und Käse draus machen.

00:17:21: Die kennen sie nicht!

00:17:23: Sie können also mir nicht sagen dass der Rohmilksäge Omega-III Fettsäuren enthält, so dass ich eigentlich gar kein Fisch essen muss und es reicht.

00:17:31: wenn ich den Käse esse habe ich genug Omega-III-Fettsäure.

00:17:34: Und das kennen die nicht.

00:17:35: deshalb können sie's nicht verkaufen.

00:17:37: jetzt frage ich dich woher kommt das?

00:17:39: Die Ware ist da!

00:17:40: Sie hat sogar einen Fuß in der Tür aber auf Dauer keine Chance.

00:17:46: was machen wir jetzt?

00:17:47: Nimm das mal als Beispiel diesen Rohmilchkäse.

00:17:49: was sagten das über dem Zustand des Handels wenn selbst ein Grundwissen über solche Produkte fehlt?

00:17:54: Ich sage das aus einer Perspektive eines Einzelhändlers, der auf diese Frage wie es ihm geht mit seinem Laden was ihn bewegt.

00:18:04: Man sagt da gar nichts bewegt mich mehr weil ich bin zum Rheinlogistiker geworden, ich bin degradiert zum Logistiker.

00:18:09: Das war ein Edekana.

00:18:11: Ein Reweana sagt mir, ich bin doch kein Kaufmann mehr.

00:18:15: Ich bin Geschäftsführer einer Personalleasing-Gesellschaft.

00:18:18: Ich stelle nur noch mal dreihundertfünfzig Personal für meine neuen Supermärkte.

00:18:22: Der Rest wird alles zentral von der IT erledigt.

00:18:24: Die Ware kommt und wird eingeräumt die Kunden nehmen es aus dem Regal wir kassieren an der Kasse ab und kassier nicht nur ab sondern die Kasse weiß dann gleichzeitig wie viel von diesem Produkt verkauft ist und wann nachbestellt werden muss entscheidet dann die Kassen also Die Warnwirtschaft.

00:18:39: Das

00:18:39: klingt eigentlich wie auf einer Börse, also wie im Aktienmarkt.

00:18:42: Also völlig schlecht!

00:18:45: Aber schimpfen wir nicht über die Börsen durch?

00:18:47: Ich habe gerade gelernt mein bisschen Geld was ich hab an der Börsee anzulegen und sehr erfolgreich glaubt man meinen Banker nicht.

00:18:53: Besser Börsianer und Aktien spekulant werden als Journalist

00:18:59: oder Kaufmann?

00:19:00: Ja ja Journalisten sowieso oder Schreiber liegen allgemein.

00:19:04: Ein Journalist noch schlimmer.

00:19:08: Also die Zustände in der Lebensmittelvermarktung sind einfach die, dass die Anbieter und Kaufleute waren früher.

00:19:19: Beim Bauern haben die Ware geholt.

00:19:21: Die wussten ganz genau wie die erzeugt wird.

00:19:24: Haben sie in die Stadt gebracht oder auch ins Gemeinderzentrum in ihren Laden und haben verkauft.

00:19:29: Irgendwann wurde die Vielfalt Produktangebote.

00:19:34: So groß, dass die Beschaffung für den einzelnen Kaufmann schwierig wurde, deshalb haben sie sich so in den Anfang der Sechziger zusammengetan und gesagt wir gründen eine Genossenschaft.

00:19:45: Genossenschaft der deutschen Einstandelskaufleute EDK.

00:19:49: Das Akronym Rewe ist was Ähnliches, sind ja beides Genossenschaften.

00:19:55: Und wenn man sich das anschaut wieso die mitspielen?

00:19:59: dann liegt es da dran dass die IT tatsächlich eine Garantie geben kann.

00:20:05: Die wissen heute schon, was morgen in der Kasse liegt.

00:20:07: Die IT hat ein Gedächtnis.

00:20:09: Super!

00:20:10: Die Kaufleute reden miteinander und das läuft gut.

00:20:14: Aber die Zentrale tickt anders.

00:20:17: Die Zentrale tickt nicht so wie der einzelne Kaufmann.

00:20:20: Die guckt mehr auf die KPIs, also auf die Kennzahlen und das Gesamtbegebnis wahrscheinlich.

00:20:26: Ja

00:20:26: klar logisch!

00:20:27: Jetzt hast du vorhin gesagt ihr fliegt aus dem Rewe raus weil ihr nach Bio Salat fragt und es ist ein unbequemer Kunde.

00:20:33: und ein unbekwemer Kunden liebt der Handel nicht.

00:20:36: Welche Rolle spielt denn der Kunde also in dem Ganzen?

00:20:40: Du hast mal geschrieben, der Verbraucher ist ein zutiefst egoistisches Wesen.

00:20:45: Was genau meinst du damit?

00:20:46: Ist das eine Kritik?

00:20:47: Ist es eine Bestandsaufnahme?

00:20:48: müsste der Verbaucher da mehr tun um so einen System zu ändern?

00:20:51: hat überhaupt ne Chance?

00:20:53: Also ich muss dich korrigieren!

00:20:54: Ich habe nicht zutieft gesagt.

00:21:00: Der Mensch ist in erster Linie ein egoistisches Wesen.

00:21:04: Das braucht er für das Selbsterhalt.

00:21:07: Und ich kann dir das auch kurz erklären, dass Ego ist für mich kein Fein sondern mein Verbündeter und ich habe es geschafft meinen Ego zu beherrschen.

00:21:16: Ich werde nicht vom Ego beherrschten Deshalb werde ich auch keinen egoistischer Vollidiot.

00:21:22: Ego is die Grundlage.

00:21:23: Okay aber jetzt zu deiner Frage.

00:21:25: Wenn ich in den Supermarkt gehe und Bedürfnisse habe Einmal vorfinde und dann wieder nicht.

00:21:33: Wenn ich sie gar nicht vorfind, bleibe ich einfach weg.

00:21:35: Das ist ja kein Problem!

00:21:37: Aber wenn ich es einmal vor finde und ich habe Hoffnung gehegt... Dann packt mich der Ehrgeizgern.

00:21:41: Jetzt ist es da, dann gehe ich da einkaufen.

00:21:43: Schöne kurze Fahrt, zwei Kilometer und keine Dreißig.

00:21:47: Dann kriegt er meinen Salat wunderbar brau.

00:21:49: und dann habe ich diesen das und andere Dinge die trocken sind.

00:21:52: Da kann ich einmal im Monat nicht jede Woche fahren und da kann ich alles umstellen.

00:21:56: Hatte ich auch gedacht geht aber ging nur zwei drei Wochen.

00:22:00: dann waren die Salate weg.

00:22:02: Und dann fragen wir danach erstens mal Du findest niemand, der dir die Antwort geben kann.

00:22:07: Warum?

00:22:08: Heute ja morgen nein!

00:22:09: Beim dritten vierten Mal nachfragen dann wirst du schon böse angesprochen ob wir unzufrieden sein.

00:22:15: Sonst ja... Unzufriedene Kunden mögen wir nicht ne?

00:22:19: Sag ich.

00:22:19: aber ich kann ja unzuffrieden sein und gehen und nicht mehr kommen.

00:22:23: also sei doch froh wenn ich unzufrittenheit erlebe bei dir und mit dir darüber rede weil dann hast du als Kaufmann, als Angestellter des Kaufmanns ja die Möglichkeit mich zufriedenzustellen.

00:22:34: Dann hast du ein Kunde gewonnen.

00:22:35: aber das...die denken, die ticken völlig anders.

00:22:38: Die haben das Gefühl, neunneinzig Prozent der Leute fragen nach nix.

00:22:43: Die sind alle zufriedend und kaufen und gehen wieder.

00:22:46: Ist es

00:22:46: so oder ist nicht so?

00:22:48: Das isso?

00:22:49: Es gibt natürlich Ausnahmen.

00:22:51: Ich kenne Herrn Kapurso.

00:22:53: Der hat beim Dieter Hieber gelernt und zwanzig Jahre Im Hotzewald, im Süden vom Schwarzwald.

00:23:00: vor knapp zehn Jahren hat er die Chance genutzt in der Halskrause von Stuttgart ein den Macketikaner zu übernehmen.

00:23:10: Der aus all das Gründen aufgehört hat geht zudem und du wirst feststellen jeder der da einkaufen geht oder irgendwas sucht und mitbekommt dass der Kapur so im Lade ist.

00:23:20: Da geht nicht zu irgend eine Mitarbeiter seine Frage zu stellen sondern zum Kapurso.

00:23:26: Und wenn ich beim Heber war vor dreißig Jahren, der Jarkieber war übrigens der Edeka-Aufsichtsratschef über Jahre.

00:23:34: Über viele Jahre.

00:23:35: Ich war ein paar Mal bei ihm und immer, wenn ich bei ihm war, an seiner Märkte besichtigt.

00:23:39: Es kamen prinzipiell Kunden die etwas wollten und obwohl wir im Gespräch waren haben sie sich eingemischt, haben gesagt Herr Heber!

00:23:47: Ich suche das und das.

00:23:48: Haben Sie das nicht?

00:23:50: Denkt da kurz nach.

00:23:51: Da kommst du mal mit.

00:23:52: Lässt uns stehen läuft mit dem Kunde um die Ecke und kommt nach einer Minute zufrieden zurück und sagt lächelnd, ja wir haben es nicht aber ich habe mir jetzt versprochen dass wir es besorgen.

00:24:02: in drei Tagen kann das kriegen.

00:24:04: Das ist Kaufmann!

00:24:06: Das findest du heute nicht mehr?

00:24:09: Genau dieses Modell finde ich heute nicht mal.

00:24:11: die Frage war ein Stück weit.

00:24:12: als Verbraucher habe ich da dann eigentlich gar keine Chance irgendwas zu ändern.

00:24:18: Du kannst nur einen eigenen Garten gründen

00:24:21: Oder einen eigenen Supermarkt, dazu hatte ich auch schon eine Sendung zu dem Mitmachs-Supermarkt in Wien.

00:24:26: Den gibt es auch schon in München und den gibt's auch schon Berlin oder Paris in New York.

00:24:30: also die Menschen finden dann schon wieder um andere Wege?

00:24:33: Ja das ist richtig!

00:24:35: Es gibt Gegenbewegungen, die sollte mehr geben.

00:24:39: und vielleicht etwas zum Zustand zur Marktentwicklung.

00:24:43: Bio im Mainstream.

00:24:46: da bin ich ja auch unterwegs mit der Forderung bio muss auf Augenhöhe mit dem Einzelhandel kommen.

00:24:52: Im Moment sind wir nicht Augenhöhe, im Moment sind handlanger der Einkäufer.

00:24:59: Die Einkäuber machen mit der Biobranche was sie wollen in der Zwischenzeit.

00:25:04: Selbst Schuld sage ich da weil vor zwanzig Jahren war das noch anders.

00:25:07: Vor zwanziger Jahren werden die offen gewesen und da wollten die mit der Bio-Branche zusammen arbeiten.

00:25:13: aber die Biomarken hersteller haben gesagt ne ihr seid bäh Wir waren nur Fachhandel und wir sind eine geschlossene Gesellschaft.

00:25:22: Die Quittung kam dann nicht prompt, aber irgendwann vor zwei bis drei Jahren war sie aber scharf ganz knallhart.

00:25:29: Das sind plötzlich die Kunden schadenweise weggelaufen und die Situation wurde offensichtlich.

00:25:35: Die Hersteller sind hinter den Kunden auch hinterher gelaufen weil die wollten ja das die weiterhin liefern können, dass sie weiterhin ihre Umsätze machen können.

00:25:44: Und jetzt waren sie in der Falle.

00:25:45: Jetzt müssen Sie Mitmachen was in die Kaufleute vorgeben.

00:25:49: Nicht die KaufLeute, sondern die Einkäufer der Großhändler und der Kaufleuter.

00:25:54: Du hast jetzt viel über Supermärkte, über Bioläden gesprochen.

00:25:58: Welche Rolle spielen ein Discounter wie Aldi oder Lidl in einer möglichen Zukunft der Lebensmittelversorgung?

00:26:04: Sind die Teil der Lösung oder sind sie vielleicht auch strukturell Teil des Problems?

00:26:09: Beides!

00:26:10: Ich kann da nicht sagen entweder oder.

00:26:12: Im Jahr zweiausendvier hat Aldi ... seine ersten siebenundzwanzig Bioprodukte kreiert.

00:26:18: Das war kurz nachdem Sie bei uns auf dem Handelsforum mit einer satten Mannschaft von zehn, zwölf Mitarbeitern in Köln waren.

00:26:27: und haben seitdem ein Biosortiment aufgebaut, wo ich sagen muss.

00:26:32: Wenn ich früher hundert Prozent meines Geldes im Naturkostladen in Heidelberg ausgegeben habe, halte ich heute auf dem Weg nach Heidelbergen Magersheim an das fünf Kilometer weiter, acht Kilometer, fünf Kilometern macht den Abstecher zu all die Worm.

00:26:46: Ich bekomme dort mein Bio-Fisch, ich bekomme meine Biohähnchenfleisch Und ich bekam meine Bioäpfel, die krummen Dinger für zwei neune vierzig Tolle Äpfel, nicht kalibriert.

00:26:58: der einzige Unterschied.

00:27:00: Und ich muss bei Denz die kalibrierten oder auch nicht kalibrierten Äpfeln für Räume von Räumen von Rüben von Römen und Räumchen kaufen.

00:27:06: Ich kenne den Lieferanten der Äpfle in Heidelberg.

00:27:10: Der hat vor zehn Jahren, fünfzehn Jahre noch ganz konventionell gearbeitet und dann festgestellt dass er sehr viel mehr Geld verdienen kann mit Bio-Äpfeln.

00:27:19: Also ich mag den Menschen nicht, deshalb bin ich jetzt auch nicht so unbedingt wild drauf.

00:27:23: Einfünfzig mehr zu bezahlen damit er reich wird, dritten Mercedes kaufen kann.

00:27:28: Das Aldi-Angebot hat mich die letzten fünf sechs Jahre ziemlich vom Hocker gehauen.

00:27:34: Sie haben Übersichtlichkeit rein gebracht.

00:27:36: Du konntest rein in den Laden was.

00:27:38: du hast sofort alles gefunden was sie an Bio da haben.

00:27:41: Was sie nicht hatten hatte ich ja auch nicht erwartet.

00:27:43: Aber weißt du?

00:27:44: Den ersten Rohmilchkäse Den ich gekauft habe, das war vor drei Jahren bei Aldi.

00:27:50: Die haben ihn in der Zwischenzeit nicht mehr.

00:27:52: Ich weiß nicht warum.

00:27:53: Ich finde es sehr schade.

00:27:54: Sie haben Rohmilchkäse nicht mehr, dass er hier an der Stelle gesagt vielleicht hört es einer.

00:27:59: Aber das Sortiment, was ich beim bei Aldy finde ist runder als bei einem Ethikaner oder einem Revianer die nicht dahinter stehen.

00:28:11: Die Leute, die in dem Aldi-Markt haben noch nicht einmal bemerkt, dass ich seit Jahren ein Einkaufskorb voller Bio habe.

00:28:22: Und wenn ich früher sage ich hundert Prozent bei Danz oder Allnatura Geld ausgegeben hab dann ist es heute sechzig Prozent.

00:28:30: den Rest kriege ich bei Aldi.

00:28:32: Aldi ist eine Lösung für die Biobrosche?

00:28:34: Ja kann ich auf alle Fälle eine Lösung sowie auch Bioland es mit Lidl versucht hat, hat ja auch funktioniert.

00:28:41: Bio in die Breite tragen wenn all die Bioprodukte verkauft dann kann das nicht zu teuer sein.

00:28:48: Ja aber

00:28:49: auch nicht besonders vielfältig.

00:28:51: also da habe ich ja dann wirklich nur die Basics.

00:28:53: spricht

00:28:54: jetzt

00:28:54: auch nicht für die vorhin diskutierte Vielfalt.

00:28:56: Da wirst du wahrscheinlich deinen Apfelkuchen auch nicht bekommen.

00:29:00: Aber ich erwarte es halt auch nicht.

00:29:03: Ich erwarte nicht, dass ich bei Aldi ein Vollsortiment finde.

00:29:06: Weil er ist halt ein Discounter und kein Vollsorteimender.

00:29:09: Wenn ich aber in einen Vollsormenter gehe zu einem Rewe oder Ediger dann erwarte ich etwas anderes.

00:29:16: Dann erwarte erstens mal mehr als bei einem Aldi und zum zweiten ein intelligentes Sortiment das mindestens so intelligent ist wie bei Aldy.

00:29:26: Aber die Frage, welche Rolle Aldi spielt im Bezug auf Biovermarktung muss ich sagen.

00:29:31: Die Discounter der Discounter.

00:29:35: Ich habe mir Lidl angeguckt und so ein zwei drei Mal dann wollte es nicht mehr weitersehentlich angucken.

00:29:40: Katastrophe im Vergleich zu Aldi.

00:29:42: Aldi hat Bio in die Breite getragen!

00:29:44: Die Werbung wir sind ihr Biomar fand ich echt lustig.

00:29:49: Wenn mich dann freche Freunde oder wie sie heißen, Biomarke die sonst nur im Fachhandel zu kriegen ist bei Aldi-Finde und auch andere Marken so hin und wieder machen die Aktion.

00:29:59: das sind dann Markenprodukte da, sag' ich schlau ein Vögel dieser Schott wie heißen Sie?

00:30:05: Der Chincha-Schott Ingwer-Schot genau der erste der Darstand waren Völkeln und in der Zwischenzeit ist es ein Aldi Schott von Völkel produziert.

00:30:14: interessant ist auch Die Bioprodukte von Aldi, da steht immer drauf wer sie herstellt.

00:30:21: Und die Aldi Eigenmarke nennt den Hersteller.

00:30:24: Das macht kein DM.

00:30:25: Die Rewe

00:30:26: macht das doch auch und Penny macht... Aber

00:30:28: die Rewe machen es.

00:30:28: aber nach etwa zwei Jahren nachdem wir über Aldi geschrieben haben dass sie die einzigen sind die die Transparenz haben sich trauend ist darauf zu schreiben.

00:30:35: Zwei Jahre später haben Sie angefangen.

00:30:37: Aldi machts hat damit angefangen.

00:30:40: Leute wie Alnatura macht's nicht, Denks macht´s nicht, die ganzen Bioläden sowieso nicht.

00:30:45: Wer es auch macht, ist Rewe und Drogeriemarkt Müller.

00:30:49: Die drei kenne ich, die schreiben drauf wer der Hersteller ist von ihren

00:30:54: Eigenmagen.".

00:30:55: Das heißt in bestimmten Fällen könnte man sogar sagen, dass der Discounter eine Innovationstreiber in dem Bereich

00:31:01: ist?

00:31:01: Absolut!

00:31:02: Und zwar für die Leute, die mit Bio nichts am Hut hatten.

00:31:05: selbst Leute über Bio herzogen und schimpfen das sei alles viel zu teuer und betrug sind mit Aldi auf einen anderen Trichter gekommen.

00:31:17: Wenn du so ein bisschen in die Glaskugel schaust, wie sieht denn der Lebensmittelhandel dann aus?

00:31:22: Wenn wir so weitermachen wie bisher, wenn der Discounter sich weiterhin so verhält... ...der Supermarkt, der Bio-Handel, wo geht denn die Reise hin?

00:31:30: Die Gefahr ist, dass wir viel vom Gleichen erleben und die Vielfalt verloren gehen.

00:31:36: Dass, wenn die Vielfalte verloren geht, gesunde wirklich gute Lebensmittel wenig Chancen haben.

00:31:42: oder vielleicht auch.

00:31:45: Vielleicht hat Aldi etwas verhindert, vielleicht hat Aldy verhinderte eine Aufspaltung zwischen hier Biokonzumenten und dort Reste der Welt die sich das nicht leisten können oder dürfen.

00:31:57: Die Angst habe ich heute nicht mehr.

00:31:59: Erich wenn du dir Lebensmittelbranche heute einen einzigen Satz mitgeben könntest was wäre denn das?

00:32:05: Bereitet euch auf hundert Prozent Bio vor Und wenn ihr auf dem Weg dorthin bei fünfzig Prozent angekommen seid, dann seid ihr schon mehr als glücklich.

00:32:14: Unserstellig besser auch als die meisten anderen oder?

00:32:17: Ja in meinen gesunden Lebensmitteln verkaufen zu dürfen.

00:32:21: das macht wahrscheinlich eine andere Stimmung auch bei den Kaufleuten selbst.

00:32:26: Die Stimmung die schlechte nehmen wir ja überall wahr.

00:32:28: Die kann man nur aus sich selbst heraus ändern.

00:32:30: Es gibt keine Hilfe von außen.

00:32:32: Die Zentrale hilft nicht weiter.

00:32:36: Vielleicht wenn sie weggelaufen sind, woanders hingehen und man muss sich an Strängse wieder zurückzuholen.

00:32:42: Dann behaupte ich wird das mit gesunden Lebensmitteln passieren.

00:32:48: Bio ist keine Mode es kein Trend.

00:32:51: Bio is der Big Bang, der seit dreißig Jahren ununterbrochen wächst und wächst.

00:32:56: Und warum soll ich als Kaufmann mich dagegen stemmen?

00:32:59: Erich, vielen Dank für das Gespräch.

00:33:02: Ich glaube wir haben heute ganz klar gelernt es gibt Alternativen und man muss mutig sein und vor allem auch aufs Gemüseregal achten.

00:33:08: also ich bin gespannt wie sich sie in den nächsten Jahren entwickelt!

00:33:11: Vielen dank dass wir so klar und deutlich die Dinge beim Namen genannt haben.

00:33:15: schön dass du heut dabei warst.

00:33:17: alles liebe

00:33:18: hat mich gefreut in deinem Alltag etwas Leben reinzubringen.

00:33:23: Das wars für heute von Food Fakt.

00:33:25: Der Handel behandelt Lebensmittel wie Aktien und wir alle zahlen den Preis dafür.

00:33:30: Ich glaube genau das ist der Punkt, den man viel öfter laut aussprechen muss!

00:33:34: Wer jetzt was dagegen tun möchte hört gerne mal rein.

00:33:37: in Folge neunundfünfzig mit dem Titel unser Supermarkt unsere Regeln.

00:33:41: Wenn euch die Folge gefallen hat teilt sie gerne vor allem mit Menschen die etwas verändern möchten Alle weiteren Infos wie immer auf unserem Instagram Kanal FUTFACT unterstrich.

00:33:51: Podcast Und Servus bis zum nächsten Mal!

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